Zoll News : Zoll online – Aktuelles – Flexibilität gefordert 

Für die paraalpinen Sportlerinnen des Zoll Ski Teams war die vergangene Wettkampfsaison pandemiebedingt geprägt von außergewöhnlichen Herausforderungen. Dabei galt es auch, die Absage von Saisonhöhepunkten, auf die sich die Zöllnerinnen fokussiert hatten, mental zu verarbeiten.

Anna-Lena Forster

Anna-Lena Forster, Noemi Ristau und Andrea Rothfuss mussten ihre Wettkampfsaison 2020/2021 früher als geplant beenden. Für die drei paraalpinen Sportlerinnen war dieser Winter wesentlich geprägt von den Auswirkungen der aktuellen Covid-19-Pandemie. Obwohl sie insgesamt an 29 Wettkämpfen teilgenommen haben (acht Weltcuprennen, 13 Europacuprennen und acht World-Para-Alpine-Skis-Punkterennen), gab es zahlreiche Ausfälle und Verschiebungen – im Vergleich weit mehr als bei den Team-Kolleginnen im alpinen Weltcup.

Im Kurz-Interview ziehen die drei Zöllnerinnen dennoch eine nicht nur negative Bilanz.

Wie viele Weltcup-Veranstaltungen wurden coronabedingt abgesagt?

Anna Lena Forster: „Die Weltmeisterschaften, die im Februar in Hafjell in Norwegen hätten stattfinden sollen, sind auf Januar 2022 verschoben worden. Zudem wurden die Weltcup-Stationen in Sakhalin sowie das Test-Event für die Paralympics im kommenden Jahr in Peking abgesagt. Wir sind dieses Jahr viele Europacup- und Punkterennen gefahren, um trotz der Ausfälle von Weltcups genügend Wettkampfpraxis zu bekommen. Zusammenfassend musste aufgrund der Pandemie rund ein Drittel der Rennen abgesagt werden.“

Wie zufrieden seid ihr mit eurer Wettkampfsaison?

Noemi Ristau mit Begleitläuferin

Andrea Rothfuss: „Bei den Wettkämpfen war dieses Jahr in meiner Klasse nicht durchgängig die gesamte internationale Konkurrenz am Start. Daher ist es schwierig, dieses Wettkampfjahr lediglich an einer Handvoll Rennen zu bewerten. Dennoch haben mir die Rennen gezeigt, dass die Richtung stimmt und ich einfach weiter an meiner Form feilen muss.“

Anna-Lena Forster: „Mit meiner Leistung bin ich so mittelmäßig zufrieden, denn ich konnte in vielen Rennen meine Trainingsleistung nicht umsetzen. Erst in den letzten Rennen in Malbun konnte ich mich meinen Leistungen im Training annähern. Dieses Gefühl möchte ich jetzt in die nächste Saison mitnehmen und weiter ausbauen.“

Noemi Ristau: „Mit meiner Trainingsleistung bin ich zufrieden. Ich hatte das Glück, dass trotz Corona in meiner Klasse (Sehbehindert/Blind) doch einige gute Weltcup-Konkurrentinnen bei den Rennen dabei waren. So hatte ich den direkten Vergleich und konnte sehen, wie ich mich entwickelt habe. Obwohl ich durch eine Schulterverletzung immer wieder Rückschläge zu spüren bekam, konnte ich gute Erfolge erreichen.“

Wie hat sich die Pandemie auf die Vorbereitung und die Wettkampfsaison ausgewirkt?

Andrea Rothfuss

Andrea Rothfuss: „Zu Hause beim Konditionstraining lief eigentlich alles recht normal und gewohnt, was auch damit zu tun hatte, dass ich viel in Stuttgart am Olympiastützpunkt trainiere. Im Winter mussten wir dann extrem flexibel sein, weil kurzfristig Trainings oder Wettkämpfe verschoben oder abgesagt wurden. Insgesamt mussten wir uns auf eine recht kurzfristige Planung einstellen, da man ständig schauen musste, wie sich die Situation entwickelt und was dann noch machbar war und was nicht. Dadurch wurde zusätzlicher Stress erzeugt. Obwohl Hygienekonzepte, Corona-Testungen und Einreiseanmeldungen mittlerweile zum normalen Prozedere zählen, wünscht man sich doch auch langsam wieder sowas wie Normalität zurück, um wieder Planungssicherheit zu bekommen.“

Noemi Ristau: „Im Sommer 2020 konnte ich durch die Öffnung von Fitnessstudios etc. wieder in mein eigenes Zuhause ziehen und mich optimal auf den kommenden Winter vorbereiten. Die vergangene Saison wurde dann jedoch frühzeitig beendet. Wir konnten uns während des Winters auf nichts einstellen. Die Weltmeisterschaft im Januar sowie das Test-Event in Peking, auf das wir lange hintrainiert hatten, wurde kurzfristig abgesagt. Mental ist die Situation natürlich auch extrem herausfordernd. Rückblickend waren wir jedoch dank unserer Trainer und unseres Verbands sehr viel auf Schnee unterwegs und hatten auch einige Wettkämpfe, was uns in der kommenden Saison sicher zugutekommt.“

Trotz all der ungewohnten Herausforderungen gewann Anna-Lena Forster sowohl den Gesamtweltcup als auch den Gesamteuropacup in ihrer Klasse. Durch die vielen Skitage, die unsere paraalpinen Skirennläuferinnen schlussendlich hatten, konnten alle drei einiges an positiven Erlebnissen mitnehmen. Alles in allem sind sie doch froh und dankbar, dass sie ihren Sport diesen Winter trotz der Covid-19-Pandemie weitgehend ausüben konnten. „Da zählen wir schon zu den privilegierten Bereichen“, resümierte Andrea Rothfuss dankbar darüber, dass sie ihrem Beruf als Leistungssportlerin nachgehen durfte.

Mit Vorfreude und Optimismus blicken die drei Zöllnerinnen nun auf die im Frühjahr anstehenden Schneelehrgänge. Diese möchten sie intensiv nutzen, um die aufsteigende Form für die kommende Saison weiter auszubauen, und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft. „Unseren Optimismus behalten wir uns“, bekräftigte das Trio einstimmig.

Quelle : Zoll.de

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