Zoll News : Zoll online – Pressemitteilungen – Der Zoll in Hamburg stellt seine Jahresbilanz 2020 vor

Hamburger Zoll nimmt rund 27 Milliarden Euro ein

Michael Schrader, stellvertretender Leiter des Hauptzollamts Hamburg, und Francesca Ramus, Leiterin des Hauptzollamts Itzehoe, zuständig für den Zoll am Flughafen Hamburg, stellten am 4. Mai 2021 die regionale Bilanz für das Jahr 2020 vor.

„Die Stadt Hamburg mit dem Hafen ist und bleibt von großer Bedeutung für den Zoll“, erklärte der stellvertretende Hauptzollamtsleiter Michael Schrader. „Sei es die Logistik-, Handels- oder Industriebranche. In allen Bereichen hat der Zoll auch 2020 gut mit den Beteiligten zusammengearbeitet. Wir sorgen weiterhin für einen fairen Wettbewerb in der Stadt und setzen uns täglich für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger ein“, führte er weiter aus. „Coronabedingt sind natürlich auch unsere Zahlen rückläufig. Jedoch sind immer noch insgesamt knapp 27 Milliarden Euro im letzten Jahr für den Bundeshaushalt und die Europäische Union zu verbuchen gewesen. Mit diesen Einnahmen unterstreichen wir die besondere Bedeutung des Standorts Hamburg für die Zollverwaltung“, so Schrader.

Ein weiteres bestimmendes Thema für den Hamburger Zoll war und ist der Brexit. „Dank guter Vorbereitung konnten wir gelassen dem Datum entgegensehen“, erläuterten Francesca Ramus und Michael Schrader. „Unsere Systeme haben die damit verbundenen Neuerungen sehr gut abbilden können. Die Wirtschaftspartner haben sich meist gut im Vorwege informiert, sodass nur wenige Ungereimtheiten beseitigt werden mussten.“

Zoll in Hamburg – Sicherung der Staatseinnahmen

Mit etwas mehr als 27 Milliarden Euro Einnahmen (Hauptzollamt: 26,3 Mrd. Euro, Zollamt Flughafen: 0,7 Mrd. Euro) für den Bundeshaushalt kann der Zoll in Hamburg erneut seine exponierte Stellung für die gesamte Zollverwaltung unter Beweis stellen. Entspricht dieser Betrag doch gut etwas mehr als einem Fünftel der Einnahmen der gesamten Zollverwaltung (128,5 Mrd. Euro). Hervorzuheben in dieser Statistik sind dabei die Einnahmen der Energiesteuer mit 14,5 Milliarden Euro (nur Hauptzollamt Hamburg) sowie die Einfuhrumsatzsteuer mit rund 10 Milliarden Euro (Hauptzollamt: 9,3 Mrd. Euro, Zollamt Flughafen: 0,7 Mrd. Euro). Damit trägt die Zollverwaltung einen erheblichen Anteil zur Sicherung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Staates als Grundlage für Zukunftsinvestitionen und den Erhalt der Sozialsysteme bei.

Der vom Hauptzollamt Hamburg eingenommene Betrag von knapp 15,5 Milliarden Euro an Energie- und Genussmittelsteuern stellt fast ein Viertel der bundesweit erzielten Verbrauchsteuern für den Bundeshaushalt (63,2 Mrd. Euro) dar.

Der Hamburger Zoll leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Europäischen Union. So konnten für das Jahr 2020 mehr als 1,3 Milliarden Euro Zölle verbucht werden. Dies entspricht fast 30 Prozent der von Deutschland für die Europäische Union insgesamt eingenommenen Zölle (4,7 Mrd. Euro).

Hamburger Zoll – Sicherheit für Staat und Bürger

„Die rund 2.100 Beschäftigten des Hauptzollamts Hamburg sowie die knapp 160 Zöllnerinnen und Zöllner des Flughafens sind ein wichtiger Bestandteil zum Schutz der Wirtschaft der Europäischen Union“, bekräftigen Ramus und Schrader.

Am Standort Hamburg steht die Abfertigung von Waren aller Art im Mittelpunkt der täglichen zöllnerischen Tätigkeit. Speziell im Bereich der Marken- und Produktpiraterie kommt es bei der Warenabfertigung im Hafen und der Postabfertigung weiterhin zu unzähligen Sicherstellungen. Die Marken- und Produktpiraterie ist ein Hemmschuh für fairen Wettbewerb und neue Arbeitsplätze. Dies gilt insbesondere für ein Land wie Deutschland, in dem hochwertige Produkte hergestellt werden. Der überwiegende Teil rechtsverletztender Produkte wird in Drittländern produziert. Von dort versuchen die Fälscher, ihre Produkte über die EU-Außengrenzen auf den europäischen Markt zu liefern. Dem Zoll kommt daher mit seinen Kontrollen eine besondere Bedeutung zu. Insgesamt konnten etwas mehr als eine Million Fälschungen mit einem Wert von rund 30 Millionen Euro aufgefunden werden. Bei den vom Hamburger Zoll sichergestellten Plagiaten kann man festhalten, dass nahezu alle Warenkategorien betroffen sind. „Es gibt scheinbar immer etwas, was sich zu fälschen lohnt“, sind sich Schrader und Ramus einig.

Aber auch die Bekämpfung der internationalen Rauschgiftkriminalität, des Schmuggels hochsteuerbarer Waren und der verbotenen Waffen bleibt ein großes Thema. So konnten die Hamburger Zöllner im Jahr 2020 bei den Kontrollen über 2.900 Beanstandungen vermerken. Die Sicherstellungen umfassten nahezu alle Bereiche von Betäubungs- und Arzneimittel über Tabakwaren, Waffen, Geldmittel bis hin zu Artenschutz und Produktsicherheit.

Sicherung der Sozialsysteme

Schwarzarbeit verstößt nicht nur gegen Recht und Gesetz, sondern schadet auch jedem Einzelnen. Michael Schrader: „Viele meinen, ein paar Euro an der Steuer vorbei sei ein Kavaliersdelikt. Doch Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung sind ein Problem für Fiskus und Sozialversicherung, aber auch für Unternehmen. Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität! Der legal handelnde Arbeitgeber kann mit illegaler Konkurrenz regelmäßig nicht mithalten. Unser Sozialsystem kann aber nur funktionieren, wenn jeder bereit ist, seinen Beitrag zu leisten.“

Das Hauptzollamt Hamburg hat im Jahr 2020 bei fast 1.300 Arbeitgebern Prüfungen der Betriebe durchgeführt. Im Zusammenhang mit diesen Prüfungen leiteten die Beamten etwas mehr als 2.000 Strafverfahren und fast 500 Bußgeldverfahren ein. Die ermittelte Schadenssumme belief sich auf über 9,7 Millionen Euro.

Zoll am Flughafen

Der Zoll am Hamburger Flughafen, als Teil des Hauptzollamts Itzehoe, ist für die Abfertigung von Luftfrachtsendungen, für die Abfertigung der von Reisenden mitgeführten Waren sowie für die Überwachung und Kontrolle des Warenverkehrs aus Staaten, die nicht zur Europäischen Union gehören, zuständig.

Bei der Einfuhr von Waren im Luftfrachtverkehr wurden am Flughafen Hamburg rund 750 Millionen Euro an Einfuhrabgaben für die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland erhoben. Mehrere Hunderttausend Warenanmeldungen wurden bearbeitet. Leider waren auch hier Verstöße festzuhalten. Mit 264 Aufgriffen von über 21 Millionen Artikeln war Produktsicherheit einer der Arbeitsschwerpunkte der Beschäftigten des Zollamts Hamburg-Flughafen.

Über den Flughafen Hamburg versuchten Reisende, trotz des coronabedingten geringeren Luftverkehrs, auch im Jahr 2020 auf vielfältige Art zu schmuggeln. So wurden knapp 22.000 Personen und fast 119.000 Objekte kontrolliert. „Es gab dabei fast 1.400 Beanstandungen“, so Tilman Lewitz, Leiter des Zollamts. Aufgegriffen wurden rund 103.000 Zigaretten und knapp 8.700 Arzneimittel. Nicht angemeldete Zahlungsmittel konnten in einer Größenordnung von rund 555.000 Euro festgestellt werden.

Quelle : Zoll.de

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