Zoll News : Zoll online – Pressemitteilungen – Untergrundlabor aufgeflogen

Durchsuchungsmaßnahmen in Halle (Saale) und Schleswig-Holstein


Tausende Verpackungen

Das Zollfahndungsamt Hamburg, Sachgebiet 600 – Dienstsitz Kiel – führt im Auftrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Antidopinggesetz im Zusammenhang mit der unerlaubten Herstellung von und des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Dopingmitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Ende 2019 konnte in einem Paket, welches an einen Empfänger in Itzehoe adressiert war, circa ein Kilogramm reiner Testosteronwirkstoff am Flughafen Frankfurt sichergestellt werden. Als Empfänger dieser Postsendung wurde ein 43-Jähriger im Raum Itzehoe identifiziert.

Durch die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe weitergeführten Ermittlungen konnten unter anderem zwei weitere Pakete mit insgesamt fünf Kilogramm Wirkstoffen zur Herstellung von Dopingmitteln und zwei Pakete mit 500 Ampullen festgestellt werden. Hierbei bediente sich der Beschuldigte zweier weiterer Personen, an die diese Pakete adressiert waren.

Nach umfangreichen taktischen Maßnahmen der Kieler Ermittler des Zollfahndungsamts Hamburg wurde festgestellt, dass der eigentliche Empfänger der Dopingmittel und der Dopingmittelwirkstoffe ein 31-jähriger Mann aus Halle (Saale) ist, der die Dopingmittel vermutlich in China bestellt hatte.

In einer groß angelegten Durchsuchungsaktion Mitte September 2020 konnten nun in vier Objekten in Halle (Saale) und in einem weiteren Objekt in Schleswig-Holstein mit Durchsuchungsbeschlüssen, welche durch die zuständigen Amtsgerichte auf Antrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) erlassen worden waren, ein komplettes Untergrundlabor zur Herstellung von Dopingmitteln aufgefunden und folgende Beweismittel sichergestellt werden:

  • mehr als 10 Kilogramm verschiedene Arznei- und Dopingmittelwirkstoffe
  • mehr als 2,5 Kilogramm fertig produzierte Tabletten mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen
  • circa 700 Glasvials à 10 Milliliter mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen
  • circa 25 Kilogramm Trägersubstanz zur Herstellung von Tabletten
  • eine professionelle Maschine zur Herstellung von Tabletten
  • 10.000 Klebeetiketten und Faltkartons für Ampullen sowie Plastikgriptütchen und Klebeetiketten für Tabletten
  • diverse Bördelzangen
  • mehrere Einschweißgeräte
  • literweise Trägeröle sowie Benzoesäurebenzylester etc.
  • Bördelkappen, Verschlussstopfen etc.
  • mehrere Digitalwaagen
  • umfangreiche elektronische Datenträger

Weiter konnte festgestellt werden, dass der 31-Jährige vermutlich der Betreiber des Labels „King Pharm“ ist und von den weiteren Beschuldigten unterstützt wurde.

Die Ermittlungen in diesem gesamten Komplex dauern an.

Quelle : Zoll.de

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