Zoll online – Aktuelles – Felix Neureuther beendet seine Karriere


Mit einem siebten Rang im Slalom der alpinen Finals und somit seiner besten Saisonplatzierung verabschiedete sich Felix Neureuther nach 248 Weltcuprennen vom aktiven Leistungssport.

Felix Neureuther

„Es war genau so richtig für mich. Ich bin noch einmal ein gutes Rennen gefahren. Ich freue mich jetzt einfach auf die Zeit zu Hause, auch wenn mir die Jungs sehr fehlen werden“, verabschiedete sich ein sichtlich gerührter Felix Neureuther im TV-Interview beim alpinen Weltcup-Finale in Soldeu. „Was mir nicht so abgehen wird, sind die engen Skischuhe“, fügte er in dem für ihn unverkennbar schelmischen Stil mit einem breiten Grinsen hinzu und ließ sich im Anschluss noch einmal ausgiebig von seinen Freunden, Kollegen und Fans im Zielraum feiern. Deutschlands mit insgesamt 13 Weltcuperfolgen bester alpiner Skirennfahrer wollte kein großes Aufsehen und sein letztes Rennen und seinen Abschied aus dem aktiven Leistungssport machen und hatte seine Entscheidung daher auch erst am gestrigen Samstag öffentlich bekannt gegeben.

„Danke für die eine unglaubliche Zeit“, ließ Felix Neureuther seine Fan-Gemeinde über diverse Social Media Kanäle wissen: „Für all die Daumen, die ihr mir gedrückt habt, die Freude, Tränen und das Lachen, was ihr mit mir in all den Jahren geteilt habt! Ich habe meinen Kindheitstraum in vollen Zügen leben dürfen, und dafür bin ich so unendlich dankbar. Aber mein Herz und vor allem mein Körper haben mir in den letzten Monaten deutlich zu verstehen gegeben, dass es an der Zeit ist, dieses für mich so wunderschöne Kapitel Skirennsport zu beenden.“

Felix und Miriam Neureuther

Kurz vor seinem 35. Geburtstag blickt Felix Neureuther nun „mit einem wirklich riesengroßen Lächeln auf eine wirklich schöne Zeit zurück, mit vielen schönen, natürlich aber auch schwierigen Momenten“. Der Leistungssport sei eine unglaubliche Lebensschule gewesen, so der Zöllner, nun „ist es aber Zeit für etwas Neues“. Daheim freuen sich Ehefrau Miriam Neureuther und die gemeinsame kleine Tochter mindestens genauso sehr auf mehr gemeinsame Zeit mit dem Papa wie dieser sich selbst.

Vor 16 Jahren fuhr er sein erstes Weltcuprennen, landete bei diesem im Fangnetz und musste sich damals vom Renndirektor als „Vollidioten“ beschimpfen lassen. Nach dem Abitur im Jahr 2004 wurde er Mitglied im Zoll Ski Team. In der Folge als ewiges Talent und Sohn berühmter Eltern tituliert siegte Felix Neureuther schließlich im Januar 2010 in Kitzbühel erstmals bei einem Weltcup und bezeichnet dies rückblickend als „den Moment“ in seiner Karriere als professioneller Skirennfahrer. Zwölf weitere Siege sollten folgen, insgesamt 47 Mal stand er auf dem Podest und gewann fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften, darunter Gold mit der Mannschaft 2005 in Bormio.

Felix Neureuther

Heute nun fuhr er sein allerletztes Rennen im Weltcup, natürlich einen Slalom, und standesgemäß wollte er nochmals angreifen. Das tat er auch und lieferte am Ende mit einem hervorragenden siebten Platz seine beste Saisonleistung ab. „Ich bin jetzt wirklich happy“, zog er ein Schluss-Resümee, und das wünschen wir ihm alle von Herzen.

Teamkollegin Viktoria Rebensburg verpasste beim Finale in Soldeu bereits am vergangenen Mittwoch haarscharf ihren ersten Sieg bei einer Abfahrt. Am Ende hatte sie nur 0,03 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. „Klar, im ersten Moment ist es schade, dass die Hundertstel aktuell nicht auf meiner Seite sind“, meinte die Zöllnerin: „Trotzdem bin ich mega happy mit meiner Fahrt. Das ist ein guter Einstand in die Final-Woche.“

Den so knapp verpassten Sieg sicherte sich Viktoria Rebensburg dann gleich tags darauf im Super-G. „Ich habe mich aufs Skifahren fokussiert, um ein gutes Ergebnis ins Ziel zu zaubern. Ich war zwar teilweise recht weit weg von der Ideallinie, aber hatte immer einen guten Zug“, analysierte sie im Fernsehinterview den mittlerweile 17. Erfolg ihrer Karriere: „Ich hoffe, ich behalte den Flow, den ich gerade habe, auch noch bis zum Riesenslalom.“

Zumindest im ersten Durchgang sollte der Flow in der Tat noch anhalten, denn im Zwischenklassement ihrer Spezialdisziplin lag Viktoria Rebensburg auf einem aussichtsreichen zweiten Platz. Doch ein Fehler im Steilhang kurz vor dem Ziel kostete die Zöllnerin im zweiten Lauf den erhofften Stockerlplatz im heutigen letzten Rennen dieser Saison.

Anna-Lena Forster

Beim letzten regulären Halt des World Para Alpine Skiing im spanischen La Molina war aus dem Zoll Ski Team lediglich Anna-Lena Forster am Start, doch das mit einer nahezu makellosen Bilanz. In allen drei in der vergangenen Woche ausgetragenen Riesenslalom-Wettbewerben erkämpfte sich die Zöllnerin den zweiten Platz und musste sich nur hinter der in diesem Winter nahezu unschlagbaren Momoka Muraoka aus Japan einreihen.

In ihrer Spezialdisziplin Slalom hingegen gelang es Anna-Lena Forster sich gegen die gesamte Konkurrenz durchzusetzen und beide Rennen mit einem geradezu komfortablen Vorsprung für sich zu entscheiden. Gestärkt durch diese fünf Podestplätze in fünf Rennen geht es nun zum Finale nach Méribel, das am kommenden Wochenende stattfinden wird, ehe dann im unmittelbaren Anschluss bei den 66. Internationalen Zollskiwettkämpfen in Galltür erstmals auch Para Alpine Wertungsrennen ausgetragen werden.



Quelle : Zoll.de

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