Zoll online – Aktuelles – Thomas Dreßen gewinnt die “Streif”


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München, 21. Januar 2018

Fast vierzig Jahre nach dem letzten Sieg eines deutschen Skirennfahrers beim legendären Rennen auf der “Streif” in Kitzbühel erfüllt sich Thomas Dreßen seinen großen Traum und gewinnt die schwerste Abfahrt des alpinen Weltcups.

Alpin

Thomas Dreßen auf dem Podest

“Ich kann’s noch gar nicht glauben, weil es war von klein auf mein Traum, einmal in Kitzbühel ins Ziel zu fahren und zu führen. Es war schon cool, in Gröden geführt zu haben, aber nichts ist zu vergleichen mit Kitzbühel”, strahlte Thomas Dreßen in die Fernsehkameras. Nach einer unglaublich ruhigen, konzentrierten und fehlerfreien Fahrt die berühmt-berüchtigte “Streif” hinunter, bei der er bereits bei sämtlichen Zwischenzeiten geführt hatte, leuchtete auch im Ziel die “1” vor seinem Namen auf den Anzeigetafeln. “Ich dachte, die wollen mich verarschen”, meinte der Zöllner frei von der Seele. “Aber es freut mich natürlich brutal.”

Zwar hatten zu diesem Zeitpunkt schon die meisten der hoch gehandelten Favoriten ihr Tagwerk vollbracht, doch auch nach Thomas Dreßen standen noch einige starke Fahrer am Start mit dem festen Ziel, die legendäre Abfahrt der Hahnenkammrennen zu gewinnen. Doch keiner konnte die Zeit des Zöllners von 1:56,15 Minuten mehr unterbieten und somit war die Sensation kurz vor den Olympischen Winterspielen perfekt: Auf den Tag genau 39 Jahre nach dem Sieg von Sepp Festl stand wieder ein deutscher Skirennfahrer ganz oben auf dem Stockerl bei der Siegerehrung der Abfahrt in Kitzbühel.

“Der Thomas ist nun ein armer Hund, weil er jetzt eine Menge durchmachen muss. Jetzt geht es erst richtig los für ihn”, berichtete der letzte deutsche Streif-Sieger über seine eigenen Erfahrungen im Interview im Zielraum. Er hatte den Wettkampf wie alle anderen Gewinner des bekanntesten Skirennens der Welt live von der Tribüne aus verfolgt. “Das ist ein Mythos, der mich noch eine ganze Weile verfolgt hat. Kitzbühel zu gewinnen, das ist das Höchste. Das liegt drei Klassen über jedem anderen Weltcup und ist besser als jede Medaille. Nach zehn Jahren erinnert sich fast niemand mehr, wer Weltmeister war, aber an den Streif-Sieger erinnern sich die Leute immer”, so Sepp Ferstl, Vater von Josef Ferstl, der mit Platz 20 ebenfalls ein hoch respektables Ergebnis einfuhr.

Der World Para Alpin Skiing World Cup residierte in der vergangenen Woche im Schweizer Veysonnaz. Die Damen aus dem Zoll Ski Team setzten dabei ihre bisherige Erfolgsserie dieses Winters eindrucksvoll fort, auch wenn zwei der angesetzten vier Rennen witterungsbedingt abgesagt werden mussten. Anna-Lena Forster dominierte nach ihrem dritten Platz im Riesentorlauf beide Durchgänge des Slaloms bei den Damen sitzend und sicherte sich damit den nächsten Weltcup-Sieg in dieser Saison. Auch Andrea Rothfuss stand in der Kategorie Damen stehend mit den Plätzen zwei und drei in beiden Disziplinen auf dem Stockerl. Das hervorragende Team-Ergebnis wurde von Anna Schaffelhuber komplettiert, die sich nach Bestzeit im zweiten Durchgang des Riesentorlaufs noch auf Rang zwei im Endergebnis vorarbeiten konnte.

Biathlon

Bei den letzten Wettkämpfen vor den Spielen in Pyoengchang zeigte sich insbesondere Laura Dahlmeier in Olympia-Form. Nach ihrem zweiten Platz im Sprint gewann die Zöllnerin souverän das Verfolgungsrennen. “Ich habe davon geträumt, auf der letzten Runde alleine zu sein. Es ist immer toll, wenn man auf der letzten Runde nicht mehr kämpfen muss. Schöner kann ein Biathlon-Rennen nicht sein”, freute sich die mehrfache Weltmeisterin, die beim abschließenden Massenstart unter schwierigen Bedingungen als beste Deutsche Rang fünf belegte.

Teamkollegin Franziska Preuß erfüllte mit ihrem zehnten Platz in der Verfolgung die zweite Hälfte der Qualifikationsnorm und war froh, dass dieser Druck nun endgültig von ihr gefallen war. Entsprechend gut und befreit zeigte sie sich dann im heutigen Massenstart, den sie nach nur einem Schießfehler auf Rang acht beendete. Insgesamt waren die deutschen Biathletinnen im allerletzten Wettkampf vor Olympia bestechend in Form. Maren Hammerschmidt auf dem sechsten und Vanessa Hinz auf dem neunten Platz waren zwar geschafft, aber glücklich und reisten mit einem guten Gefühl aus Antholz ab.

Simon Schempp hingegen verzichtete wegen anhaltender Beschwerden in der Rückenmuskulatur auf das letzte Rennen in Südtirol und fuhr vorzeitig zurück nach Deutschland, um sich in ärztliche Behandlung zu begeben.



Quelle : Zoll.de

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