Zoll online – Fundstücke 2019



Zollanmeldung von Apollo 11 (Kopie)

Dass auch eine Mondlandung einer zollamtlichen Behandlung unterlag, belegt die offizielle Zollanmeldung vom 24. Juli 1969, in welcher Mondstaub und Mondgestein als Proben angemeldet wurden. Neil Armstrong, Buzz Aldrin als auch Michael Collins haben das Dokument eigenhändig unterzeichnet. Die Abfertigung war durch den US-Flughafenzoll in Honolulu auf Hawaii vorgenommen worden.

Aus zollrechtlichem Sicht hingegen stellte sich dennoch die Frage, ob diese Proben mit einem Zoll belegt wurden oder nicht. Hätte die Landung beispielsweise in Europa stattgefunden, käme gemäß heutigem EU-Recht folgender Tatbestand in Betracht: „Es ist anzunehmen, dass der Mondstaub und das Mondgestein in die Kapitel 25 (unter anderem Steine, Erden, Kalk) oder 26 (Erze) gemäß Elektronischem Zolltarif einzureihen sind.“ Andererseits könnte aber auch ein Befreiungstatbestand nach der Zollbefreiungsverordnung in Betracht kommen.

Ob hingegen die Astronauten beim Betreten des amerikanischen Bodens auf Hawaii für die Proben vor nunmehr 50 Jahren Zoll bezahlen mussten, ist uns nicht bekannt. Ungeachtet der Euphorie der Mondlandung bei der Rückkehr von Apollo 11 erfüllten die Zoll- und Einwanderungsbehörden ihren Auftrag und trugen dazu bei, dass die Astronauten nicht in den Status von Schmugglern gestellt wurden.

Nicht nur Einreisende in die USA, sondern auch die Astronauten mussten den regulären Fragebogen ausfüllen und wahrheitsgemäß die ihnen gestellten Fragen beantworten: Woher kommen Sie? „Vom Mond.“ Was führen Sie in Ihrem Gepäck mit? „Mondgestein und Mondstaub.“ Hat sich jemand im Verlauf der Reise Ihrer Gruppe angeschlossen oder diese verlassen? Armstrong verneinte. Bezüglich der Gesundheitsfragen hingegen beließ es Armstrong dabei, dass noch Untersuchungen anstünden.

Das Deutsche Zollmuseum findet: „Eine wahrlich unvergessliche Zollabfertigung!“



Quelle : Zoll.de

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