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Essen, 1. September 2017

Gefährliche Substanzen und Drogen sichergestellt

Das Zollfahndungsamt Essen, zuständig für ganz Nordrhein-Westfalen, führt seit Mitte 2017 unter Sachleitung der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen bei der Staatsanwaltschaft Köln (ZAC NRW) ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beschuldigte wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Chemikaliengesetz. Ausgangspunkt waren seitens des Bundeskriminalamts geführte Ermittlungen.

Im Rahmen eines umfänglichen Einsatzes am 31. August 2017 wurden mehrere Wohnhäuser in Hamm und Mölln durchsucht. Die Maßnahmen dienten der Sicherstellung der illegalen Substanzen und der Sicherung digitaler Beweismittel. Es wurden drei Haftbefehle vollstreckt.

Die drei festgenommenen Beschuldigten, zwei Brüder aus Hamm im Alter von 33 und 44 Jahren und ein Mann aus Mölln im Alter von 26 Jahren, sind dringend verdächtig, gemeinschaftlich unter Verwendung verschiedener Nicknames und Nutzung des TOR-Netzwerks im sogenannten Darknet die Betäubungsmittel Carfentanyl Hydrochlorid und Fentanyl Hydrochlorid in größeren Mengen und in einer Vielzahl von Fällen an andere User über diverse Underground-Economy-Plattformen verkauft zu haben. Einer der Beschuldigten ist zudem dringend verdächtig, mit biologischen Waffen (Botulinumtoxin) und mit chemischen Substanzen (Kaliumcyanid) gehandelt zu haben. Ein weiterer Beschuldigter, dem ebenfalls der Handel mit Betäubungsmitteln im Darknet vorgeworfen wird, ist in Mölln bei Lübeck ansässig. Auch dieser Mann wurde festgenommen.

In den Wohnungen der Brüder in Hamm wurden mehrere Liter unbekannte Flüssigkeiten und mehr als ein Kilogramm pulverförmige Substanz in verschiedensten Gebinden, Feinwaagen, ein Folienschweißgerät, diverse Versandbehältnisse und Verpackungsmaterial in großem Umfang sichergestellt.

Insbesondere Carfentanyl kann bereits ab einer Menge von zwei Milligramm bei Aufnahme über die Atmung oder die Haut tödlich sein, sodass besondere Herausforderungen zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte getroffen werden mussten.

Neben den Kräften der Zollfahndungsämter Essen und Hamburg und der Hauptzollämter waren auch Spezialkräfte der Bundespolizei, die Landespolizeien sowie lokale Feuerwehren im Einsatz, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass gesundheitsgefährdende toxische Stoffe aufgefunden werden.

Die Ermittlungen des Zollfahndungsamts Essen unter Sachleitung der ZAC NRW dauern an.

Auskünfte erteilt ausschließlich die Staatsanwaltschaft Köln.

Staatsanwaltschaft Köln
Am Justizzentrum 13
50939 KölnTelefon: 0221 477-0
E-Mail: pressestelle­@sta-koeln.nrw.de

Zusatzinformationen

Carfentanyl und Fentanyl
Bei Carfentanyl und Fentanyl handelt es sich um Opioide. Sie werden als Arzneimittel zum Beispiel in der Schmerztherapie oder der Anästhesie eingesetzt. Aufgrund ihrer beruhigenden und dennoch euphorisierenden (Rausch-)Wirkung werden sie aber auch als Drogen missbraucht. Sie haben ein enorm hohes Abhängigkeitsrisiko und können höchst gefährliche Nebenwirkungen auslösen. Gemäß der amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) ist Carfentanyl etwa 100 Mal tödlicher als Fentanyl und etwa 3.000 bis 5.000 Mal tödlicher als Heroin.

Weitere Informationen finden Sie auf den Websiten “PharmaWiki” und “taz.blogs”.

PharmaWiki<Externer Link: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Opioide>
taz.blogs<Externer Link: http://blogs.taz.de/drogerie/2016/10/18/carfentanyl-toedliche-droge-aus-china/>

Botulinumtoxin
Botulinumtoxin kann zur Herstellung von Nervengiften verwendet werden und ist daher im Kriegswaffenkontrollgesetz genannt. Es hemmt die Erregungsübertragung der Nervenzellen und beeinträchtigt das vegetative Nervensystem. Dies kann zu Muskelschwäche führen, bis hin zum Stillstand der Herz-Lungenfunktion und dem Tod.
Einfuhr und Handel unterliegen besonderen Bestimmungen.

Kaliumcyanid (Zyankali)
Händler, die Kaliumcyanid vertreiben, haben gemäß Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) eine Reihe von besonderen Pflichten und bedürfen einer Handelsgenehmigung.



Quelle : Zoll.de

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