Zoll online – Pressemitteilungen – Fahndungsjahr 2017


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Essen, 19. April 2018

„Ein herausragendes Jahr mit zahlreichen besonderen Herausforderungen liegt hinter uns, denen sich die Essener Zollfahnderinnen und Zollfahnder erfolgreich gestellt haben“, kommentierte Stefan Muhr, der stellvertretende Leiter des Zollfahndungsamts Essen, die veröffentlichten Jahresergebnisse.

Das Zollfahndungsamt Essen, eines der größten der insgesamt acht Zollfahndungsämter in Deutschland, ist mit seinen Dienstsitzen in Aachen, Kleve, Köln, Moers, Münster und Nordhorn zuständig für ganz Nordrhein-Westfalen (ausgenommen Bielefeld) und die Grafschaft Bentheim mit dem angrenzenden Emsland (Niedersachsen).

Das Fahndungsjahr 2017 in Zahlen:

Von den insgesamt 15.102 Ermittlungsverfahren, die der deutsche Zollfahndungsdienst in 2017 geführt hat, wurde rund ein Viertel (3.760 Ermittlungsverfahren) vom Zollfahndungsamt Essen wegen zumeist schwerer oder organisiert begangener Straftaten geführt.
Das bedeutet eine Steigerung um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Ermittlungen richteten sich gegen 4.588 Tatverdächtige, wobei sich die Anzahl der deutschen und ausländischen Beschuldigten in etwa die Waage halten.
Auf Grundlage der erfolgreichen Ermittlungen der Beamtinnen und Beamten des Zollfahndungsamts Essen sprachen Gerichte in 2017 insgesamt Freiheitsstrafen von 986 Jahren und Geldstrafen von rund 672.000 Euro aus. Das bedeutet eine Steigerung bei Geldstrafen um circa 46 Prozent und bei den Freiheitsstrafen um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Statistisch gesehen erfolgten die meisten Aufgriffe, die das Zollfahndungsamt Essen bearbeitete, auf dem Landweg, gefolgt von den Sicherstellungen an den beiden Großflughäfen Düsseldorf und Köln.

Der ermittelte Steuerschaden betrug über 20 Millionen Euro (Zölle, Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchsteuern).

Im Sektor Zölle fand eine Steigerung der Ermittlungsverfahren um 51 Prozent zum Vorjahr statt.
Der festgesetzte Steuerschaden stieg um etwa 190 Prozent auf über 7,3 Millionen Euro in 2017 aufgrund von wertigen Anti-Dumpingzollverfahren. „Anti-Dumpingzölle bestehen, insbesondere für Produkte aus Asien, zum Schutz der deutschen Produzenten. Insofern ermitteln wir im Anti-Dumpingbereich für die deutsche Industrie“, so der stellvertretende Leiter des Zollfahndungsamts Essen, Zolloberamtsrat Stefan Muhr.

Im Bereich Betäubungsmittel stiegen insbesondere die Sicherstellungen bei Kokain im Vergleich zum Vorjahr um etwa 190 Prozent auf rund 470 Kilogramm in 2017 an. Ende des Jahres 2017 wurden wieder vermehrt größere Betäubungsmittelsicherstellungen verzeichnet, hier insbesondere Täter aus Süd- und Süd-Ost-Europa mit Kokain und eine Großsicherstellung von 190 Kilogramm Kokain in Bananenkisten.

Auch im Bereich der Dopingbekämpfung sind die Sicherstellungen von Dopingsubstanzen in Flüssig- und Pulverform sowie Ampullen zwischen 80 und 130 Prozent auf über 74.000 Milliliter und fast 18.000 Ampullen gestiegen.
„Der Trend zur Selbstoptimierung macht offensichtlich auch vor der Verwendung von gesundheitsgefährdenden chemischen Substanzen nicht halt“, stellte der stellvertretende Leiter des Zollfahndungsamts Essen, Stefan Muhr, fest.

Auf dem Gebiet Verbrauchsteuern hat sich die Zahl der Ermittlungsverfahren im Jahr 2017 zum Vorjahr um circa 8 Prozent auf 256 Verfahren erhöht. Im Tabakwarenbereich, insbesondere im Deliktsfeld Wasserpfeifentabak, konnte ein Anstieg der Verfahren im Jahr 2017 um 116 Prozent festgestellt werden.
Daneben hat sich in diesem Kriminalitätsbereich die behördenübergreifende Zusammenarbeit als ein äußerst wirksames Mittel erwiesen. Seit einigen Jahren nehmen Kräfte des Zollfahndungsamts Essen insbesondere im Ruhrgebiet (u.a. in Essen) regelmäßig an gemeinsamen, konzertierten Kontrollmaßnahmen unterschiedlicher Behörden teil, die sich auf Geschäfte, welche mit Wasserpfeifentabak handeln und Lokale, in denen dieser konsumiert wird (sogenannte Shisha-Bars) erstrecken (u.a. gemeinsam mit der Landespolizei, kommunalen Ordnungsbehörden, den Finanzämtern, der Feuerwehr und anderen Einheiten der Zollverwaltung – Kräften der Kontrolleinheiten Verkehrswege und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit).

„Die Bekämpfung der Tabakwarenkriminalität steht im Zuständigkeitsbereich des Zollfahndungsamts Essen im besonderen Fokus und wird perspektivisch, aufgrund der großen Nachfrage – insbesondere im Ruhrgebiet – sowie der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gefährlichkeit weiter ein Thema bleiben“, sagte der stellvertretende Leiter des Zollfahndungsamts Essen, Zolloberamtsrat Stefan Muhr.




Quelle : Zoll.de

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