Zoll online – Pressemitteilungen – Großer Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit


Vier Festnahmen in Ingolstadt

Rund 250 Beamte des Zolls von zwölf verschiedenen Hauptzollämtern haben kürzlich im Auftrag der Staatsanwaltschaft München II bei Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen in vier Bundesländern insgesamt 35 Objekte durchsucht.

Die Maßnahmen richteten sich gegen 15 Beschuldigte, die in organisierter Form Schwarzarbeit im Tiefbaugewerbe betrieben haben sollen. Da der Schwerpunkt der Maßnahmen in Ingolstadt lag, waren zahlreiche Einsatzkräfte des Hauptzollamts Augsburg, vom Dienstsitz Ingolstadt, im Einsatz.

Gerade noch rechtzeitig konnte einer der mutmaßlichen Drahtzieher des Schwarzarbeiter-Netzwerks in den frühen Morgenstunden durch eine Spezialeinheit des Zollkriminalamts (ZUZ) festgenommen werden. Der 53-jährige deutsche Staatsangehörige saß bereits auf gepackten Koffern und Kartons und wollte Anfang Oktober 2018 mit seiner Ehefrau auf unbestimmte Zeit in sein Geburtsland, die Türkei, ausreisen.

Gegen den offiziellen Geschäftsführer einer weiteren Firma, einen 54-jährigen Griechen, lag ebenfalls bereits ein Haftbefehl des Amtsgerichts München vor. Zwei weitere Beschuldigte, ein 37-jähriger Grieche sowie ein 59-jähriger Deutscher mit griechischen Wurzeln, lieferten erst durch ihr Verhalten am Einsatztag einen Haftgrund. Sie führten Verdunklungshandlungen aus, indem sie versuchten, auf maßgebliche Zeugen einzuwirken. Deshalb wurden auch gegen sie Haftbefehle beim Amtsgericht München erwirkt und sogleich im Stadtgebiet von Ingolstadt vollzogen.

Im Zentrum der Ermittlungen steht eine Tätergruppierung, die sich zusammengeschlossen hat, um ein Firmengeflecht aufzubauen, in dem gezielt der Einsatz von Arbeitskräften verschleiert wird und Sozialversicherungsabgaben in erheblichem Umfang verkürzt werden. Hinzu kommen gekaufte Abdeckrechnungen, mithilfe derer durch sogenannte Kick-Back-Geschäfte Schwarzgeld für Schwarzlohnzahlungen und verdeckte Gewinnentnahmen generiert wird. In den letzten sechs Jahren sollen den Sozialkassen Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe vorenthalten worden sein.

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten umfangreiche Beweismittel sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die noch durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden müssen. Des Weiteren wurden Schreckschusswaffen, Springmesser und in zwei Objekten Betäubungsmittel sichergestellt. Diesbezüglich werden die weiteren Ermittlungen von der Ingolstädter Polizei, die mit eigenen Kräften und einem Sprengstoffspürhund am Einsatz beteiligt war, übernommen.

Bei dem Einsatz wurde ein Bargeldspürhund von der Polizeiinspektion Augsburg zur Verfügung gestellt. Er erschnüffelte 26.675 Euro Bargeld, das zunächst als sogenannter Zufallsfund beschlagnahmt wurde. Ein Firmenkonto wurde mit einer Pfändung belegt. Die vier festgenommenen Täter befinden sich aktuell in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern bis auf Weiteres an.

Weitere Informationen zur Arbeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit finden Sie auf unserer Website:

Schwarzarbeitsbekämpfung



Quelle : Zoll.de

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