Zoll online – Pressemitteilungen – Hauptzollamt Ulm: Jahresbilanz 2017


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Ulm, 17. April 2018

Sechs Jahre Vollmobile Röntgenanlage; Zunahme von Drogenschmuggel

Am 17. Mai 2018 stellte der Leiter des Ulmer Zolls, Regierungsdirektor Rainer Bühler, die Jahresbilanz für 2017 vor.

Als Steuerverwaltung trägt der Ulmer Zoll mit 2,4 Milliarden Euro jährlich seinen Teil zu den Bundesfinanzen bei. Das sei eine „erfreuliche Zunahme von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Bühler. Allein 851 Millionen Euro davon entfallen auf die Kraftfahrzeugsteuer, die von Ulm aus für ganz Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erhoben und verwaltet wird.

Weniger erfreulich hingegen sei die Zunahme der Feststellungen im Bereich des Drogenschmuggels, wo die Kontrolleinheiten des Hauptzollamts Ulm eine Verzehnfachung der Drogenmenge im Vergleich zum Jahr 2016 verzeichne, nämlich von 10 auf über 100 Kilogramm. Das Rauschgift fanden die Zöllner vornehmlich in Pkws und Fernbussen, die grenzüberschreitend unterwegs waren. Erleichtert wird die Arbeit der Beamten durch den Einsatz von Spürhunden und Röntgentechnik. Letztere betreibt der Ulmer Zoll seit nunmehr sechs Jahren – Anlass für den Zoll-Chef, auch hier eine kurze Bilanz zu ziehen:

Sechs Jahre Einsatz mobiler Röntgentechnik bei der Schmuggelbekämpfung

In 51 Fällen entdeckten die Bildauswerter der Vollmobilen Röntgenanlage Unregelmäßigkeiten bei Fahrzeugen und Frachten, was zur Aufdeckung des Schmuggels von insgesamt 430.000 Zigaretten, 25 Kilogramm Rauschgift, 2,5 Tonnen Tabak, 5 Tonnen Kaffee, 1.000 Litern Dieselkraftstoff und über 3.000 Litern Branntwein führte.

„Der Einsatz von Röntgentechnik ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Kampf gegen den Schmuggel“, so Rainer Bühler. Die Möglichkeit, Lkw-Fracht innerhalb weniger Minuten zu überprüfen, erhöhe zudem die Schlagzahl der Kontrollen und damit die Effizienz der Arbeit von Zöllnerinnen und Zöllnern.

Einnahmen

Knapp 2,4 Milliarden Euro hat der Ulmer Zoll im letzten Jahr eingenommen. Das sind etwa 300 Millionen mehr als im Jahr 2016. 851 Millionen Euro davon entfallen auf die Kraftfahrzeugsteuer (+1 %), die Einfuhrumsatzsteuer schlägt mit über einer Milliarde Euro zu Buche (+23 %), die Verbrauchsteuern mit 367 Millionen Euro (+9 %). Die vereinnahmten Zölle machten 95 Millionen Euro (+3 %) aus. Sie werden an den Haushalt der EU abgeführt.

Gewerblicher Warenverkehr

Mit 7,1 Millionen Ausfuhrsendungen (+8 %) und 350.000 Einfuhrsendungen fertigten die Beschäftigten der neun Zollämter 2017 mehr Waren ab, als im Vorjahr. Bei den Postabfertigungen waren es mit 53.300 etwa 10.000 Pakete mehr als 2016.

Kontrollen

Die Beamten des Ulmer Zolls haben letztes Jahr 7.650 Fahrzeuge und 17.800 Personen überprüft. Dabei stellten sie sicher:

  • 107 Kilogramm Rauschgift
  • 212.500 Schmuggelzigaretten
  • 99 illegale Waffen und Waffenteile

Außerdem zogen sie aus dem Verkehr:

  • 6.500 gefälschte Markenartikel
  • 55.000 illegale Arzneimittel
  • 3.050 technisch unsichere Produkte

565 polizeiliche Verstöße verzeichneten die Zollbeamten im letzten Jahr. 102 Personen nahmen sie fest, hauptsächlich bei Passkontrollen am Flughafen Friedrichshafen, wo der Zoll Aufgaben der Bundespolizei übernimmt.

Prüfungen in Betrieben

Die 40 Beschäftigten des Prüfungsdienstes haben im vergangenen Jahr 257 Prüfungen in Betrieben, die zoll- und verbrauchsteuerrechtlich in Erscheinung getreten sind, durchgeführt. In der Folge wurden 2,3 Millionen Euro nacherhoben und 257.000 Euro erstattet.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit

5.124 Arbeitnehmer und 1.356 Arbeitgeber prüften die Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Ulm im Jahr 2017.
2.429 Straf- und über 515 Bußgeldverfahren aufgrund der festgestellten Verstöße im Bereich der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung sowie 1,3 Millionen Euro Geldstrafen und -bußen waren die Folgen. Der Schaden durch hinterzogene Sozialversicherungsbeiträge oder zu Unrecht erhaltene Leistungen belief sich auf 10,5 Millionen Euro. Insgesamt 36 Jahre Freiheitsstrafe verhängten die Gerichte.

Steuerrechtliche Ahndung

Bei der Ahndung zoll- und verbrauchsteuerrechtlicher Vergehen bearbeitete das Hauptzollamt Ulm rund 7.000 Straf- und Bußgeldverfahren. Die Folge waren zusammen 3,8 Millionen Euro Geldstrafen und insgesamt 56 Jahre Haft.

Berufsperspektive Zoll

Durch die Übertragung zusätzlicher Aufgaben, wie der Kraftfahrzeugsteuer oder die Prüfung des flächendeckenden Mindestlohns, steigt auch der Bedarf an geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Hauptzollamt Ulm ist im laufenden Jahr Einstellungs- und Ausbildungsbehörde für 66 Nachwuchskräfte.

Dass die Zollverwaltung ein familienfreundlicher Arbeitgeber ist, wurde zuletzt mit der Zertifizierung „Beruf und Familie“ verdeutlicht. Die Nachwuchskampagne „Dein Talent im Einsatz“ soll junge Menschen zur Bewerbung für die Ausbildung zur Zollsekretärin oder zum Zollsekretär beziehungsweise das Fachhochschul-Studium zur Zollinspektorin oder zum Zollinspektor bewegen.



Quelle : Zoll.de

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