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Landshut, 7. Mai 2018

Zoll deckt Sozialbetrug bei Parkservice auf

Anhaltekelle des Zolls

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilte das Amtsgericht Landshut kürzlich die ehemalige Geschäftsführerin eines Parkservices in der Nähe des Münchner Flughafens. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Im Zeitraum von April 2010 bis Juli 2015 meldete die 35-jährige Unternehmerin ihre Angestellten nicht zum richtigen Zeitpunkt, unter Angabe eines viel zu niedrigen Arbeitslohns oder gleich gar nicht zur Sozialversicherung an. Die Beiträge der Arbeitgeberin und der Arbeitnehmer zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung wurden mithin nicht in der richtigen Höhe abgeführt.

Insbesondere bei den Fahrern, die die Kunden vom Parkplatz zum Flughafen fuhren oder von dort abholten, sparte sich die österreichische Staatsbürgerin Sozialversicherungsbeiträge von über 90.000 Euro, wie die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts nachweisen konnte.

Zudem machte die Unternehmerin gegenüber dem Finanzamt falsche Angaben zu den erzielten Einnahmen und verkürzte auf diese Weise Steuern in Höhe von über 550.000 Euro.

„Die gute Zusammenarbeit von Zoll und Finanzbehörden sowie aufwendige Durchsuchungen im In- und Ausland machten diesen Erfolg bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit möglich“, so Elvira Enders-Beetschen, Pressesprecherin des Hauptzollamts Landshut.

Zusatzinformation

In der vergangenen Woche fand eine umfangreiche Schwerpunktprüfung im Bereich Trocken- und Montagebau statt. 63 Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamts Landshut kontrollierten die sozialversicherungspflichtigen Meldepflichten, die Einhaltung der Arbeitsbedingungen sowie unerlaubte Ausländerbeschäftigung. Hierzu befragten die Kontrolleure Arbeitnehmer auf diversen Baustellen.

Nach vorläufigen Erkenntnissen ergaben sich 38 Sachverhalte, die einer näheren Prüfung bedürfen. Es zeigten sich Anhaltspunkte, dass der Mindestlohn nicht bezahlt wurde, Scheinselbstständigkeit besteht oder Arbeitsgenehmigungen für ausländische Beschäftigte nicht vorliegen.

Schwerpunktprüfungen sind auch Präventionsmaßnahmen, die zu einer Senkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung beitragen.



Quelle : Zoll.de

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