Zoll online – Pressemitteilungen – Tonnenweise geschmuggelter Wasserpfeifentabak


<www.zoll.de/goto?id=191126>

Essen, 23. Februar 2018

Zollfahnder stellen circa vier Tonnen Wasserpfeifentabak in Oberhausen sicher

Es begann bereits im November 2016. Die Essener Zollfahnder erhielten aus Frankreich die Information, dass dort zwei in Nordrhein-Westfalen (NRW) ansässige Personen bei der Anlieferung von circa zwei Tonnen geschmuggeltem Wasserpfeifentabak festgenommen worden waren.

Die Zollfahndung Essen, zuständig für ganz NRW, leitete ein Verfahren wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei durch das Handeltreiben mit unverzolltem und unversteuertem Wasserpfeifentabak ein und nahm die Ermittlungen auf.

Da der Verdacht bestand, dass der 47-jährige Verdächtige weiteren illegalen Wasserpfeifentabak in Deutschland lagerte, wurde durch das Hauptzollamt Krefeld beim Amtsgericht Krefeld eine Eilanordnung zur Durchsuchung seiner Wohnung, Shisha-Bar und Lagers beantragt und erlassen. In seinem Lager wurden nochmal über 3,6 Tonnen unversteuerter und unverzollter Wasserpfeifentabak durch die Zollfahnder gefunden und sichergestellt.

Aufgrund der Höhe des strafrechtlich zu berücksichtigenden Steuerschadens für die 3,6 Tonnen Wasserpfeifentabak von circa 153.000 Euro übernahm die Staatsanwaltschaft Duisburg die Sachleitung und die Zollfahnder ermittelten weiter.

Am 14. Februar 2018 durchsuchte das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Duisburg abermals insgesamt sechs Objekte der beiden Tatverdächtigen in Duisburg, Oberhausen und Köln und stellte erneut rund 340 Kilogramm geschmuggelten Wasserpfeifentabak sowie Vormaterialien (Tabak, Glyzerin und Aromen) sicher.

Bei dem 47-jährigen Beschuldigten wurden 14.000 Euro Bargeld gefunden und direkt auf die bereits bestehende Steuerschuld gepfändet.

In dem von dem 38-jährigen Verdächtigen in Köln bewohnten Zimmer in der Wohnung seiner Eltern wurden zudem teilweise schon zerkleinerte Tabakblätter, Vormaterialien (Aromastoffe) und Equipment gefunden, die auf eine beabsichtigte Eigenproduktion von Wasserpfeifentabak hinweisen.
Die sichergestellten Vormaterialien hätten zur Produktion von circa zwei Tonnen Wasserpfeifentabak mit einem Straßenverkaufspreis von mindestens 70.000 Euro ausgereicht.

„Die Produktion befand sich jedoch noch im Anfangs- beziehungsweise Versuchsstadium“, so die Pressesprecherin des Zollfahndungsamts Essen, Heike Sennewald, „sodass durch den rechtzeitigen Zugriff kein selbst produzierter und damit wahrscheinlich auch erheblich gesundheitsschädlicher Wasserpfeifentabak in den Verkehr gelangt ist.“

Der Gesamtsteuerschaden beläuft sich auf circa 170.000 Euro Zoll, Tabaksteuer und Einfuhrumsatzsteuer.

Zusatzinformation

Auf ein Kilogramm unverzollten Wasserpfeifentabak entfallen rund 40 bis 45 Euro Steuern und Abgaben.

Durch die Tabakverordnung von 1977 war in Deutschland der Anteil der Feuchthaltemittel des Tabaks auf maximal fünf Prozent beschränkt. Zum 4. April 2016 wurde die Tabakverordnung durch das Tabakerzeugnisgesetz mit zugehöriger Tabakerzeugnisverordnung ersetzt (Inkrafttreten: 20. Mai 2016). Die Begrenzung auf fünf Prozent gibt es seit Inkrafttreten nicht mehr.



Quelle : Zoll.de

https://wertheimerportal.de/category/bildergalerien/