Zoll online – Pressemitteilungen – Vorsicht bei der Einfuhr von Medikamenten


Das Hauptzollamt Frankfurt am Main informiert

Am 5. September 2018 kontrollierten Zollbedienstete des Hauptzollamts Frankfurt am Main das Gepäck von Reisenden eines Fluges aus Vietnam im grünen Ausgang für anmeldefreie Waren.

In dem Gepäck einer 35-jährigen Vietnamesin stellten sie neben den üblichen Reiseutensilien zahlreiche Medikamente in Form von Tabletten und Salben fest. Es handelte sich dabei um insgesamt fast 900 Tabletten gegen Schwindel, rheumatische Beschwerden und Schmerzmittel. Außerdem hatte die Reisende mehrere Tuben Creme gegen Entzündungen der Haut dabei. Auf Befragen gab sie an, dass die Medikamente nicht für sie selbst, sondern für eine Freundin und eine Verwandte seien.

„Reisende dürfen für sich selbst aus dem Drittland einen Dreimonatsbedarf an Medikamenten einführen, wenn es sich nicht um gefälschte Arzneimittel, Doping- oder Betäubungsmittel handelt. Im vorliegenden Fall wurden die Tabletten und Salben für andere Personen mitgebracht. Dies ist grundsätzlich nicht möglich. Daher wurden sie einbehalten“, so Isabell Gillmann, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Frankfurt am Main.

Es gilt hier das deutsche Arzneimittelgesetz. Die arzneimittelrechtlichen Bestimmungen des Ausfuhrlands sind hierbei unerheblich. So kann es sein, dass im Ausland zum Beispiel hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich sind, in Deutschland aber als Arzneimittel eingestuft werden und somit unter das deutsche Arzneimittelgesetz fallen.

Arzneimittel

In 2017 wurden beim Hauptzollamt Frankfurt am Main bei 13.027 Aufgriffen 1.389.581 Tabletten und Ampullen wegen eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz sichergestellt. Die Bandbreite zog sich von Doping- und Schmerzmitteln, Anti-Baby-Pillen und Antidepressiva bis hin zu potenzsteigernden Präparaten.

Häufig waren auch Fälschungen darunter, überwiegend wurden Potenzmittel nachgeahmt. Diese Medikamente können Gefahren für die Gesundheit bergen, da sie illegal und ohne jegliche Sicherheitsstandards produziert werden. Die Dopingpräparate stammten überwiegend aus Osteuropa.

Hierbei handelt es sich überwiegend um Aufgriffe im Versandverkehr, da hier die Ausnahme des Dreimonatsbedarfs keine Anwendung findet.



Quelle : Zoll.de

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