Zoll online – Pressemitteilungen – Zoll nimmt zehn Schwarzarbeiter fest


Verdacht auf illegalen Aufenthalt und Schwarzarbeit

Bedienstete der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Gießener Zolls haben am 26. und 27. März 2019 auf einer Baustelle und in einem Wohnhaus zehn ausländische Arbeiter wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt und Schwarzarbeit festgenommen.

Als die Zöllner am 26. März 2019 in Heuchelheim den Neubau von zwei Häusern inspizierten, haben sie dort vier moldawische Bauarbeiter festgestellt, die keine Aufenthaltstitel und keine Arbeitsberechtigungen besaßen und für einen Bauunternehmer aus dem Landkreis Gießen arbeiteten. Einer von ihnen war bereits wegen illegaler Einreise polizeilich bekannt. Sie wurden vorläufig festgenommen und nach Einbehaltung ihrer Pässe und einer Sicherheitsleistung von je 300 Euro, mit der Auflage sich am nächsten Tag bei der Ausländerbehörde zu melden, später wieder entlassen.

Am 27. März 2019 vollstreckten die Schwarzarbeitsfahnder einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Gießen in einem Mehrfamilienhaus in Reiskirchen. In dem Haus werden zurzeit Sanierungsarbeiten durchgeführt. Durch einen konkreten Hinweis erhärtete sich der Verdacht, dass auf der Baustelle ausländische Bauarbeiter beschäftigt werden, die auch dort wohnen. Das führte zur Einleitung von Ermittlungen durch den Zoll und dem richterlichen Beschluss.

Als die Kontrolleure auf der Baustelle eintrafen, flüchtete sofort ein Mann aus dem ersten Stockwerk über ein Vordach in den Garten des Nachbargrundstücks, wurde aber dort von den Zöllnern gestellt.

Beim Betreten der Wohnräume bot sich den Beamten ein erschreckendes Bild: In drei Räumen wohnten insgesamt zehn Männer auf Schlaflagern, die aus Paletten und schimmeligen Matratzen hergerichtet waren. Die gesamte Wohnung war stark verdreckt und in einem katastrophalen hygienischen Zustand. In Bad und Toilette gab es kein fließendes Wasser, sondern lediglich Eimer mit Wasch- und Spülwasser.

Die zwischen 28 und 46 Jahre alten Männer aus Moldawien, die offensichtlich zum Arbeiten auf der Baustelle wohnten, besaßen allesamt keine gültigen Aufenthaltspapiere und Arbeitsgenehmigungen. Lohn hatten sie bislang keinen bekommen.

Sechs von ihnen wurden vorläufig festgenommen und auf der Dienststelle des Zolls mittels Dolmetschern befragt. Die anderen vier waren den Zöllnern gut bekannt. Es waren die Arbeiter, die sie einen Tag zuvor auf der Baustelle in Heuchelheim angetroffen hatten. Sie hatten den gleichen Arbeitgeber wie die sechs Festgenommenen. Als der nun auf der Baustelle eintraf, eröffneten ihm die Beamten, dass gegen ihn wegen illegaler Ausländerbeschäftigung ermittelt wird.

Darüber hinaus wurden einige Unterlagen als Beweismittel sichergestellt und von jedem Arbeiter eine Barsicherheit von 300 Euro einbehalten.

Die Ausländerbehörde des Landkreises Gießen beendete den illegalen Aufenthalt mit der Ausweisung aller zehn Männer.



Quelle : Zoll.de

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