Zoll online – Pressemitteilungen – Zoll warnt vor Betrugsmasche


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Singen, 23. Februar 2018

Missbräuchliche Nutzung von Kreditkartendaten nach Onlinebestellungen

Beim Zollamt Deißlingen erschienen in den vergangenen Wochen mehrere Zollbeteiligte, um Postsendungen aus Fernost abzuholen. Die Personen gaben im Rahmen der Erledigung der zollrechtlichen Formalitäten an, auf einer deutschen Homepage Markenschuhe namhafter Sportschuhhersteller bestellt zu haben.

Die vor Ort durchgeführten Kontrollen dieser Postsendungen ergaben, dass sämtliche dieser Paketsendungen aus China stammten. Diese enthielten jedoch keine Markenschuhe, sondern lediglich billige No-Name-Produkte.

Alle Empfänger gaben übereinstimmend gegenüber dem Zoll an, dass mit den Kreditkartendaten mehrfach vom Konto Abbuchungen in jeweils unterschiedlicher Höhe vorgenommen worden sind, die nichts mit der zuvor getätigten Onlinebestellung zu tun gehabt hätten.
Dies lässt darauf schließen, dass die Verkäufer ihre Internetseiten lediglich zur Erlangung von Kreditkartendaten betreiben. Mit diesen Daten werden dann in betrügerischer Absicht weitere Beträge von den Kreditkartenkonten abgebucht.

Um an die Kreditkartendaten zu gelangen, gehen die Betrüger sehr professionell vor. Die Internetseiten, auf denen die Artikel bestellt werden können, sind deutschen Bestellportalen oder den Seiten der Originalhersteller oftmals täuschend ähnlich nachempfunden. Auch wird den potenziellen Käufern durch die Seitenaufmachung suggeriert, sich auf einer deutschen oder EU-Webseite zu befinden.

Doch es gibt durchaus Indizien, die dem Kaufinteressenten helfen können, solche betrügerischen Seiten zu erkennen:

  • Markenartikel werden oftmals für die Hälfte des handelsüblichen Preises angeboten, mindestens jedoch rund 40 bis 50 Euro preiswerter.
  • Als Händlerkontakt wird sehr häufig lediglich eine E-Mail-Adresse (oftmals ein Hotmail- oder Gmail-Account) angegeben, jedoch keine – wie bei Onlineshops üblich – vollständige Postadresse und Telefon- beziehungsweise Faxnummer.
  • Auf den Onlineseiten sind häufig zahlreiche Schreibfehler zu finden (gerade in den AGBs, den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“).
  • Ein Impressum fehlt oftmals vollständig.
  • Die zunächst noch auf der Internetseite suggerierte Möglichkeit der PayPal-Zahlung wird beim anschließenden Bestellvorgang verweigert. Stattdessen kann dann nur per Kreditkarte bezahlt werden.
  • Es wird den Käufern zugesagt, dass es im Rahmen des Versands keinerlei Probleme mit der Zollabwicklung geben wird.

Wer grundsätzlich entsprechende Vorsicht bei Onlinebestellungen walten lässt und die Internetseiten aufmerksam auf solche Indizien hin überprüft, wird das Risiko, einer derartigen Betrugsmasche zum Opfer zu fallen, sehr stark minimieren können.



Quelle : Zoll.de

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