Zollfahndung zerschlägt Doping- und Drogenring

 

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Essen, 20. Juni 2017

1.640 Ampullen sowie 93.770 Tabletten Dopingsubstanzen, über 100.000 Euro Bargeld, Gewehr- und Pistolenmunition sowie rund sechs Kilogramm Marihuana, Amphetaminpaste und Ecstasy sichergestellt

Am 13. Juni 2017 führte das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hagen zahlreiche Durchsuchungen durch und vollstreckte vier Haftbefehle.
Die Ermittler durchsuchten insgesamt 19 Objekte, davon 13 in Hamm, ferner in Iserlohn, Köln, München, Thalmassing, Oberteuringen und Erlenbach am Main. Vier mutmaßliche Täter wurden festgenommen. Diese befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Der deutsch-russischen Tätergruppierung werden die gewerbsmäßige Einfuhr, die Herstellung und der Handel mit verbotenen Dopingmitteln und Betäubungsmitteln vorgeworfen. Die Wirkstoffe, als Pulver oder in flüssiger Form, bestellten die Männer im Alter zwischen 24 und 30 Jahren in China und bezahlten diese vielfach mit der Internetwährung Bitcoin. Im Übrigen bezogen sie bereits fertig konfektionierte Dopingmittel, wie Wachstumspräparate, direkt aus Russland.

Neben umfangreichen schriftlichen und digitalen Beweismitteln beschlagnahmten die Ermittler 1.640 Ampullen, 93.770 Tabletten Dopingsubstanzen sowie liter- und kiloweise Grundstoffe, eine Tablettiermaschine sowie weitere Utensilien zur Herstellung von Dopingmitteln und Drogen. Ferner entdeckten die Fahnder im Sicherungskasten einer Wohnung in Hamm versteckt rund 100.000 Euro Bargeld. Darüber hinaus konnten in den durchsuchten Wohnungen 50 Stück Munition für Gewehre und Pistolen sichergestellt werden.

Insbesondere die Dopingmittel verkauften die Täter über WhatsApp, E-Mail und das Internet. Nach der Bestellung bezahlten die „Kunden“ neben „normaler Banküberweisung“ auch durch Einwurfeinschreiben mit Summen im vierstelligen Bereich.

Die Männer gingen sehr konspirativ vor. Sie nutzten regelmäßig Namen und Anschriften für ihre Lieferungen, die zunächst nicht mit ihnen in Zusammenhang zu stehen schienen, und schöpften sämtliche modernen Kommunikationsmethoden aus.

Die Bande stellte neben den gefährlichen Dopingmitteln auch Betäubungsmittel wie Amphetamin her. Der eingesetzte Zollhund erschnüffelte darüber hinaus noch eine beachtliche Menge von sechs Kilogramm Marihuana und eine kleine, erntereife Cannabisplantage auf dem Dachboden eines Beschuldigten in Hamm.

Die bundesweit agierende Tätergruppierung war bereits vorab in das Visier des Zollfahndungsamts Stuttgart geraten, das seine wertvollen Informationen mit dem Zollfahndungsamt Essen teilte. Erste Hinweise im Ruhrgebiet erlangten die Ermittler des Zollfahndungsamts Essen, das für ganz Nordrhein-Westfalen zuständig ist, durch ein abgefangenes Paket, das 2016 die Ermittlungen auslöste.

Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hagen. Die Auswertung der zahlreichen Beweismittel dauert an. Eine frühere Veröffentlichung war aufgrund laufender Maßnahmen nicht möglich.

Quelle : Zoll.de