Zwei Verletzte durch Unfall mit Touristenkutsche – PETA fordert Kutschenverbot von Landr


Rheinsberg / Stuttgart, 18. Juli 2019 – Vermeidbarer Unfall: Am Dienstag sind bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche in Rheinsberg zwei Personen verletzt worden. Das Gefährt war auf der Berliner Straße stadtauswärts unterwegs, als ein Transporter knapp davor einscherte. Dadurch erschraken die Pferde, scheuten und galoppierten in Panik los. Der Kutscher verlor dabei die Kontrolle über sein Gespann und fiel vom Kutschbock. Die Pferde samt Droschke und einer 77-jährigen Touristin liefen anschließend weiter und wurden erst an der Rhinstraße gestoppt, als sich die Kutsche an einer Straßenlaterne verkeilte. Der Kutscher zog sich bei dem Sturz Verletzungen zu, die im Krankenhaus behandelt werden mussten; seine Passagierin wurde leicht verletzt. PETA appelliert angesichts dieses Vorfalls an Landrat Ralf Reinhardt, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu prüfen. Die Tierschutzorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen.
 
„Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen.“
 
PETA veröffentlichte Anfang 2019 erneut eine Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: 2018 wurden bei insgesamt 33 Unfällen in Deutschland zehn Menschen getötet und 62 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr vier Pferde, vier weitere Tiere verletzten sich. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde.
 
Die Tierschutzorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind.  Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Tierschutzorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt. Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.
 
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 

Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de
 
Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfaelle
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]



Quelle : PETA.de

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