▷ „Pflegebedürftige brauchen mehr Fachkraftzuwanderung“ / bpa-Präsident Meurer …

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28.02.2020 – 13:53

bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Berlin (ots)

Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, begrüßt das Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes am 1. März. „Damit wird der Zuzug dringend benötigter Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland erleichtert. Wir wünschen uns, dass das auch zu einer spürbaren Entlastung im Bereich der Pflege führen wird.“ Das Gesetz enthält nach Einschätzung des bpa allerdings gerade für die Mangelberufe aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich nur geringe konkrete Verbesserungen.

Vom Gesetz hätte sich der bpa-Präsident mehr erhofft, da viele der Regelungen für die Pflege bisher schon galten. „Wir bedauern, dass die vom bpa seit vielen Jahren geforderte Einführung einer international verständlichen ‚Care Card‘ oder ‚Greencard‘ für Pflegefachkräfte aus dem Ausland mit automatischer Anerkennung für deren Ausbildungen von mehr als drei Jahren Dauer nicht im Gesetz aufgenommen wurde.“ Gegenwertig gibt es bundesweite Versorgungslücken, es fehlen Fachkräfte und laut Bundesagentur für Arbeit dauert die Besetzung einer Stelle in der Altenpflege 206 Tage.

Meurer: „Die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Ausbildung der ausländischen Qualifikationen in den Bundesländern ist überwiegend viel zu langsam und uneinheitlich. Wieso wird in einem Bundesland die Ausbildung einer ausländischen Pflegefachkraft anerkannt und in einem anderen nicht? Noch weniger nachvollziehbar ist es, wenn innerhalb eines Landes unterschiedlich verfahren wird oder Absolventen mit einem vierjährigen Studium und Berufserfahrung sechs Monate Nachschulung in Kauf nehmen sollen.“

Trotz Rekordzahlen in der Ausbildung, der Erhöhung von Vollzeitstellen und der bereits erreichten überdurchschnittlichen Verweildauer im Beruf könne der Bedarf an Pflegekräften im Inland wegen der wesentlich schneller wachsenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen nicht ausreichend befriedigt werden.

„Wir brauchen bundeseinheitliche beschleunigte Verfahren für die Visaerteilung und die Berufsanerkennung“, fordert der bpa-Präsident. „Es wird sich zeigen, ob das Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Zusammenspiel mit der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe dazu führt, dass Fachkräfte spätestens nach sechsmonatiger Verfahrensdauer hier arbeiten können. Es muss alles getan werden, um die Versorgungslücken in der Pflege zu schließen.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die pflegerische Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Uwe Dolderer, Leiter bpa-Verbandskommunikation, Tel.:
030/30 87 88 60, www.bpa.de

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