2. Quartal 2019: Reallöhne um 1,3 % höher als im Vorjahresquartal


Pressemitteilung Nr. 368 vom 20. September 2019

Real- und Nominallohnindex, Verbraucherpreisindex

Real- und Nominallohnindex, Verbraucherpreisindex

WIESBADEN – Der Nominallohnindex in Deutschland ist im 2. Quartal 2019 um rund 3,0 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um gut 1,6 % zu. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 1,3 %. 

Überdurchschnittlich stark gestiegen sind die Nominallöhne (Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen) beispielsweise in der Öffentlichen Verwaltung (+ 5,9 %), im Grundstücks- und Wohnungswesen (+4,7 %), im Baugewerbe sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (jeweils +4,2 %).

Deutlich geringer stiegen die nominalen Verdienste im Bereich Verkehr und Lagerei (+0,3 %) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (+0,7 %). 

In der Unterscheidung nach Leistungsgruppen war der Verdienstzuwachs mit jeweils 3,2 % bei den Fachkräften und herausgehobenen Fachkräften am größten, gefolgt von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in leitender Stellung (+2,8 %) und den angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (+2,5 %). Die Verdienste ungelernter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weisen mit 2,2 % die geringste Veränderungsrate auf. 

Methodische Hinweise:
Der Nominallohnindex bildet die Veränderung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen der in Vollzeit, in Teilzeit und geringfügig Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich ab. Er erfasst die Verdienstentwicklung bei gleicher Beschäftigtenstruktur wie im Vorjahr. Der Reallohnindex stellt die Veränderung der Verdienste der Preisentwicklung gegenüber. Er gibt somit Hinweise zur Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Entwicklung der Reallöhne, der Nominallöhne und der Verbraucherpreise
Berichtszeitraum Reallohnindex1 Nominallohnindex1 Verbraucherpreisindex
Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %
1 Vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.
Jahr 2013 -0,1 1,4 1,4
Jahr 2014 1,8 2,7 1,0
Jahr 2015 2,1 2,7 0,5
Jahr 2016 1,8 2,3 0,5
Jahr 2017 1,0 2,5 1,5
Jahr 2018 1,3 3,1 1,8
1. Quartal 2013 0,0 1,5 1,5
2. Quartal 2013 -0,1 1,4 1,5
3. Quartal 2013 -0,3 1,3 1,6
4. Quartal 2013 -0,1 1,3 1,3
1. Quartal 2014 1,3 2,7 1,3
2. Quartal 2014 1,4 2,6 1,1
3. Quartal 2014 1,7 2,7 0,9
4. Quartal 2014 2,2 2,7 0,5
1. Quartal 2015 2,8 2,6 -0,1
2. Quartal 2015 2,3 3,2 0,9
3. Quartal 2015 1,7 2,5 0,7
4. Quartal 2015 2,1 2,5 0,4
1. Quartal 2016 2,5 2,9 0,3
2. Quartal 2016 1,8 2,0 0,2
3. Quartal 2016 1,8 2,3 0,5
4. Quartal 2016 1,2 2,3 1,1
1. Quartal 2017 0,9 2,7 1,7
2. Quartal 2017 1,4 2,9 1,4
3. Quartal 2017 0,9 2,5 1,6
4. Quartal 2017 0,7 2,2 1,4
1. Quartal 2018 1,4 2,7 1,3
2. Quartal 2018 0,8 2,5 1,8
3. Quartal 2018 1,6 3,6 1,9
4. Quartal 2018 1,4 3,3 2,0
1. Quartal 2019 1,2 2,5 1,4
2. Quartal 2019 1,3 3,0 1,6

 

Entwicklung der Nominallöhne nach verschiedenen Gliederungsarten
Gliederungsart Veränderung 2018
gegenüber 2008
Veränderung 2. Quartal 2019
gegenüber dem Vorjahresquartal
in %
1 Ohne geringfügig Beschäftigte.
Insgesamt 25,8 3,0
Nach Gebietsstand
Früheres Bundesgebiet (einschließlich Berlin) 25,2 2,9
Neue Länder 31,0 3,4
Nach Beschäftigungsart
Vollzeitbeschäftigte 25,2 2,8
Teilzeitbeschäftigte 29,8 4,1
Geringfügig Beschäftigte 31,7 2,5
Nach Geschlecht
Männer 24,7 2,5
Frauen 28,2 3,8
Nach Leistungsgruppen 1
Arbeitnehmer in leitender Stellung 31,2 2,8
Herausgehobene Fachkräfte 25,3 3,2
Fachkräfte 23,5 3,2
Angelernte Arbeitnehmer 23,1 2,5
Ungelernte Arbeitnehmer 27,9 2,2
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex 12,9 1,6

Die Zeitreihen des Real- und Nominallöhnen stehen auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung.

Detaillierte Informationen über die Höhe der Bruttostunden- und Bruttomonatsverdienste nach Wirtschaftszweigen, Beschäftigungsumfang, Leistungsgruppen sowie Geschlecht bietet die Fachserie 16, Reihe 2.1 sowie die Fachserie 16, Reihe 2.3 (Jahresergebnisse)

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu den Bruttoverdiensten in Deutschland können über die Tabelle Bruttoverdienste, Wochenarbeitszeit (62321-0001) in der Datenbank GENESISOnline abgerufen werden. In der Datenbank lassen sich auch Zeitreihen zum monatlichen Index der Tarifverdienste (62231-0001) abrufen.



Quelle : destatis.de

Bilder „Wertheim zeigt Flagge“ Demo gegen den Brandanschlag Lea Reinhardshof 20.09.2015