20 Rinder in Amberger Agrarbetrieb verdurstet – PETA kündigt wie in mehreren anderen Fällen Strafanzeige an und kritisiert Landesregierung scharf für lasche Kontrollpraxis

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Amberg / Stuttgart, 13. Mai 2022 – Medienberichten zufolge wurden in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Amberg (Oberpfalz) am Samstag, den 30. April, 20 tote Rinder aufgefunden. Laut dem Landratsamt Amberg wurden die Tiere über mehrere Monate nicht ausreichend mit Futter und Wasser versorgt. Die Schwester des Landwirts fand die toten Tiere am Abend des 30. April im Stall. Am darauffolgenden Tag meldete sich der 62-Jährige Halter in Begleitung seiner Schwester bei der Polizei und zeigte sich selbst an. Nach der Selbstanzeige fand die Veterinärbehörde neben den 20 toten Rindern drei weitere Tiere, die in so schlechter Verfassung waren, dass sie in den darauffolgenden Tagen getötet wurden. Weitere drei Rinder wurden bei einem anderen Landwirt medizinisch versorgt. Der Landwirt wies bei der Polizei auf seinen schlechten Gesundheitszustand hin. Das Veterinäramt will ein Tierhalteverbot gegen ihn erwirken. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wird PETA nun Strafanzeige gegen den verantwortlichen Tierhalter erstatten. Die Tierrechtsorganisation übt zudem scharfe Kritik an der bayerischen Landesregierung. Denn eine Kleine Anfrage der Bundesregierung ergab 2018, dass tierhaltende Landwirtschaftsbetriebe in Bayern im Schnitt nur alle 48,1 Jahre amtstierärztlich kontrolliert werden. [1] In keinem anderen Bundesland ist die Kontrollhäufigkeit derart gering. PETA fordert die Landesregierung auf, die Veterinärbehörden personell so auszustatten, dass mindestens jährliche Kontrollen durchgeführt werden können.

„In Bayern brauchen Landwirtinnen und Landwirte zu Lebzeiten praktisch gar nicht mit behördlichen Kontrollen zu rechnen, so gering sind die Kontrollintervalle. Ein Skandal folgt dem anderen, weil Agrarbetriebe die Nachlässigkeit der Regierung schamlos ausnutzen und Tiere wie Gegenstände behandeln. Das persönliche Schicksal des Landwirts tut uns zwar leid, aber die Tiere hätten mit engmaschigen Kontrollen vor solchen grausamen Bedingungen geschützt werden müssen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig und kann Vorfälle wie diesen verhindern.“

Fälle wie dieser keine Ausnahme in tierausbeutender Industrie
Seit Jahrzehnten werden immer wieder Videos und Fotos von vernachlässigten Tieren oder anderweitigen Misshandlungen in landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. PETA erinnert daran, dass das Leid in der tierausbeutenden Industrie teils auch von der Gesetzgebung legalisiert ist: Allein in Deutschland werden jährlich rund 800 Millionen Landlebewesen wegen ihres Fleisches in enge Ställe eingesperrt und im Schlachthaus getötet. Kälbern werden die Hörner ausgebrannt, Ferkeln die Zähne abgeschliffen, die Ringelschwänze abgeschnitten und Puten die empfindlichen Schnäbel gekürzt, nur um sie den Haltungsbedingungen anzupassen. „Verstöße gegen das Tierschutzgesetz – angefangen bei Qualzuchten bis hin zur nicht vorschriftsmäßigen Betäubung im Schlachthaus – sind sowohl in großen als auch in kleinen Betrieben an der Tagesordnung“, so Kainz. Ganz gleich, ob „Bio“ oder konventionelle Haltung: 100 Prozent der Tiere werden getötet oder sterben in den Betrieben, lange bevor sie ihre natürliche Lebenserwartung erreichen. PETA appelliert daher an alle Menschen, auf pflanzliche Lebensmittel zurückzugreifen, statt die systematische Ausbeutung in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie durch den Kauf der Produkte zu unterstützen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Deutscher Bundestag (2018): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Carina Konrad, Dr. Gero Clemens Hocker, Frank Sitta, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP. Vollzug von Tier- und Verbraucherschutzrecht. Online abrufbar unter: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/031/1903195.pdf. (19.04.2022).

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Rinderhaltung
PETA.de/Neuigkeiten/Stallkontrollen

Pressekontakt:
Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, [email protected]  

Quelle : PETA.de

https://wertheimerportal.de/faktencheck-tauben-sind-keine-ratten-der-luefte/

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