2008 bis 2018: Sägewerke steigern ihre Umsätze und erwirtschaften schon jeden dritten Euro im Ausland


Pressemitteilung Nr. 377 vom 25. September 2019

Die Abbildung zeigt ein Icon zum Thema "Pressemeldung" (© Statistisches Bundesamt (Destatis))

– Branchenumsatz ist seit 2008 nominal um ein Drittel gestiegen
– Viele Fichten und Kiefern wurden im trockenen Jahr 2018 wegen Umweltschäden gefällt
– Wald dient auch als Kohlenstoffspeicher

WIESBADEN – Der Umsatz der deutschen Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke ist in den vergangenen zehn Jahren nominal (nicht preisbereinigt) um rund 33 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag er 2018 bei 6,4 Milliarden Euro (2008: 4,8 Milliarden Euro). Im außergewöhnlich trockenen und warmen Jahr 2018 stieg der Branchenumsatz um 8 % im Vorjahresvergleich und überstieg erstmals die 6-Milliarden-Euro-Marke. Die Branche ist auf heimisches Holz angewiesen, importiert den Rohstoff aber auch. Ebenso bedient sie zunehmend ausländische Kundschaft (siehe Tabelle). Knapp ein Drittel ihres Umsatzes erwirtschaftet sie durch Exporte (2 Milliarden Euro). Die Zahl der Betriebe verringerte sich von 2008 bis 2018 von 435 auf 324.

2018 große Entnahmen von Nadelholz aus hitzegeschädigten Wäldern

Der deutsche Wald litt 2018 unter Wasserknappheit und Hitze. Der Anteil von Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg auf 29 % (2017: 23 %), wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ermittelte. Nadelbäume wie Fichte und Kiefer leiden besonders unter der Trockenheit und werden anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Laut der Holzeinschlagsstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden 2018 insgesamt 65 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Insbesondere Holz von Fichten und weiteren Nadelgehölzen wie Tannen und Douglasien (39 Millionen Kubikmeter) sowie Kiefern- und Lärchenholz (12 Millionen Kubikmeter) wurde intensiv aus dem Wald entnommen.

Von den eingeschlagenen Beständen der Fichten und weiterer Nadelgehölze mussten 24 Millionen Kubikmeter aufgrund von Waldschäden gefällt werden, bei den Kiefern und Lärchen bezifferte sich der Schadholzeinschlag auf 5 Millionen Kubikmeter. Dabei entfielen auf den durch Insektenschäden bedingten Einschlag bei den Nadelgehölzen wie Fichte, Tanne und Douglasie 44 % und beim Kiefern- und Lärchenholz 9 % des Schadholzeinschlags.

Der Wald speichert mehr Kohlenstoff

Der deutsche Wald erfüllt als Kohlenstoffspeicher eine wichtige ökologische Funktion. Laut Waldgesamtrechnung der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg die im Wald (Holz und Böden) insgesamt gebundene Menge an Kohlenstoff in den Jahren von 2014 bis 2017 von 3,05 auf 3,10 Milliarden Tonnen. Die Daten des außergewöhnlich heißen und trockenen Jahres 2018 werden in der Veröffentlichung der Waldgesamtrechnung im kommenden Jahr abgebildet.

Der Staat ist der größte Waldbesitzer

Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Waldgipfels weiter mitteilt, treffen die Waldschäden infolge von Trockenheit und Hitze sowohl private Forstbesitzerinnen und -besitzer, als auch den Staat als Waldeigentümer selbst. 2016 gab es in Deutschland insgesamt rund 8,5 Millionen Hektar Wald. Davon waren 3,9 Millionen Hektar Privatforst, 2,4 Millionen Hektar Staatsforst und 2,3 Millionen Hektar Körperschaftsforst. Hierzu zählen etwa kommunale Körperschaften wie Städte und Gemeinden, kommunale Zweckverbände, öffentlich-rechtliche Stiftungen, Hochschulen oder Kirchen.

Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke 1
Jahre Betriebe 2 Tätige Personen Umsatz davon im Ausland
erwirtschaftet
in 1 000 Euro
 Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008.
 Betriebe von Unternehmen mit im Allgemeinen 20 und mehr tätigen Personen, bei Sägewerken ab 10 und mehr tätigen Personen. 
2008 435 19 509 4 835 635 1 515 233
2009 428 18 738 4 205 065 1 278 655
2010 404 18 555 5 040 938 1 516 815
2011 403 19 261 5 627 594 1 536 991
2012 391 18 521 5 336 448 1 413 764
2013 370 17 876 5 526 552 1 478 431
2014 351 17 339 5 613 429 1 557 272
2015 343 16 898 5 474 998 1 461 389
2016 334 17 368 5 640 474 1 523 701
2017 324 17 502 5 942 296 1 760 595
2018 324 17 795 6 418 845 2 034 621

Weitere Informationen:

Forstwirtschaftliche Bodennutzung – Holzeinschlagstatistik – Fachserie 3 Reihe 3.3.1 – 2018

Betriebe mit Waldflächen Landwirtschaftszählung / Agrarstrukturerhebung – Fachserie 3 Reihe 2.1.1 – 2016

Waldgesamtrechnung – Berichtszeitraum 2014 – 2017 



Quelle : destatis.de

Bilder „Wertheim zeigt Flagge“ Demo gegen den Brandanschlag Lea Reinhardshof 20.09.2015