Galopprennen mit zweijährigen Pferden in Krefeld


Krefeld / Stuttgart, 31. Oktober 2018 – Pferdekinder vor Missbrauch schützen: Am Sonntag findet das „Herzog-von-Ratibor-Rennen“ auf der Galopprennbahn in Krefeld statt. Bei dieser Veranstaltung werden Pferde für verschiedene Wettkämpfe missbraucht. So finden auch Rennen statt, bei denen nur zweijährige Pferde zugelassen sind. Noch im Wachstum befindliche Tiere werden somit im Kindesalter zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen und missbraucht. Viele der Jungtiere, die mit Peitschenhieben und harten Trainingsmethoden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit getrieben werden, überstehen die Veranstaltungen und Trainings nicht unbeschadet und scheiden früh mit langwierigen Verletzungen aus dem Rennzirkus aus. Schwere und tödliche Verletzungen durch Überforderung und Stress nehmen die Beteiligten billigend in Kauf. Oft ist der Schlachthof die letzte Station eines kurzen Pferdelebens. Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert die Rennveranstaltung scharf und appelliert an den Krefelder Rennclub 1997 e.V., zumindest den Einsatz von Pferdekindern auf der Galoppanlage sowie die Peitschenschläge zu verbieten.
 
„Zweijährige Pferde an den Start zu schicken ist, als würde man Kleinkinder unter Peitschenschlägen um ihr Leben rennen lassen“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Todesangst, Stress und schwerwiegende Verletzungen sind oftmals das Resultat dieser tierquälerischen Veranstaltungen – sie sollten umgehend verboten werden.“
 
Pferde gelten erst mit sieben Jahren als ausgewachsen, trotzdem werden die Tiere bereits mit ein bis anderthalb Jahren für die lukrativen Rennen „trainiert“. In diesem Alter sind die Sehnen und Knochen der Tiere sind jedoch noch instabil. Oftmals erleiden die Vierbeiner auf den Renneinsätzen aus diesem Grund irreparable Schäden.
 
PETA fordert zudem, dass der Peitscheneinsatz bei Pferderennen untersagt wird, da dieser einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Laut Rennordnungen sind bei Galopp- [1] und Trabrennen [2] fünf Peitschenschläge zugelassen, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Peitscheneinsatz der Jockeys – anders als von den Verbänden dargestellt – mit erheblichen Schmerzen für die Pferde einhergeht [3].
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für ein konsequentes Ende des Pferderennsports in Deutschland ein und ruft dazu auf, keine solchen Veranstaltungen zu besuchen. „Rennpferde“ werden meist in Einzelboxen ohne Kontakt zu Artgenossen oder Freilauf auf der Weide gehalten. Besonders für Pferdekinder ist der Kontakt zu anderen Pferden jedoch unerlässlich. Normalerweise würden ein- bis anderthalbjährige Pferde mit ihren Geschwistern und Freunden auf der Koppel spielen und Sozialverhalten lernen. Dessen ungeachtet werden Pferde, die bereits im Alter von zwei Jahren für Rennen eingesetzt werden, in dieser Zeit schon auf Höchstleistung getrimmt. Auf Rennbahnen gehört es zum Alltag, wiederholt mit der Peitsche auf Pferde einzuschlagen und sie durch den Einsatz von scharfen Gebissen und tierquälerischen Hilfsmitteln gefügig zu machen.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
[1] Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, Rennordnung vom 1. März 1960, In der Neufassung vom 1. Januar 1991 mit Änderungen bis Dezember 2015, Vorschriften für die Leistungsprüfungen der Vollblutzucht, R 9.4.
[2] Satzung und Ordnungen des Hauptverbands für Traber-Zucht e.V. (HTV); § 84.2 g; Stand 1.05.2016.
[3] McGreevy PD, Corken RA, Salvin H, Black CM (2012) Whip Use by Jockeys in a Sample of Australian Thoroughbred Races—An Observational Study. PLoS ONE 7(3).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fakten_Pferdesport
PETA.de/Pferderennen
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches