Landkreis Miltenberg: Schutz der Kitze vor dem grausamen Tod im Mähwerk – „Bambipreis“ 2021 geht an die Stadt Wörth

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Nach der Übergabe des Tablets und der beiden Schilder sowie Urkunden an die beteiligten Landwirte führte Norbert Abb noch die Funktionsweise der Drohne vor.

 

Dank der Initiative von Doris Völker-Wamser nimmt die Kitzrettung im Landkreis immer mehr Fahrt auf. Landwirtschaft, Jägerschaft, Schulen und Kitzretter-Teams nehmen gemeinsam ihre Verantwortung wahr und retten Kitze vor dem grausamen Tod im Mähwerk. Auch in Wörth haben sich viele Menschen zusammengefunden, um sich für die Kitzrettung einzusetzen. Am Montag zeichnete Landrat Jens Marco Scherf die Stadt Wörth als „kitzfreundlichste Gemeinde“ 2021 aus, die Sparkasse stellte ein Tablet für die Kitzretter-Drohne und Schilder bereit.

Im Beisein von Schüler*innen der Grund- und Mittelschule Wörth, der Jägerschaft, der Land- und Forstwirtschaft, zahlreicher Kitzretter*innen, der Kitzrettungsinitiatorin Doris Völker-Wamser und Bürgermeister Andreas Fath-Halbig wies der Landrat darauf hin, dass die Stadt Wörth schon sehr früh elektronische Rehkitzretter beschafft und diese – wie auch die Stadt Klingenberg – zur Verfügung gestellt habe. Die Geräte seien vor der Mahd in den Wiesen verteilt worden, damit Ricken ihre Kitze aus der Wiese führen können. Das Ablaufen der Wiese bleibe den Kitzrettern dennoch nicht erspart, denn die neugeborenen Kitze hätten keinen Fluchtinstinkt.
Ergänzend zur Technik haben die Schüler*innen der Jahrgangsstufen Drei bis Sechs der Grund- und Mittelschule Wörth „analog“ gearbeitet. Sie hätten laut Scherf mit großer Freude Kitzscheuchen gebastelt, die in den Wiesen aufgestellt werden, damit die Ricken ihre Rehkitze in abgegangene Wiesen nicht wieder zurückbringen.
Damit die Rettungsteams die Wiesen vor der Mahd in Augenschein nehmen können, mussten die Landwirte die Kitzretter rechtzeitig über den Mähzeitpunkt informieren, wusste der Landrat und lobte die Landwirte und Landwirtinnen für diesen Einsatz. Wurde früher jedes Feld abgegangen, so hätten Drohnen mit Wärmebildkamera zum Abfliegen die Arbeit mittlerweile enorm erleichtert, so der Landrat. Dennoch bleibe die Unterstützung durch das Aufstellen der Scheuchen, der elektronischen Rehkitzretter und das Ablaufen der restlichen Flächen laut Scherf unerlässlich.
Wichtig sei auch, die Wiesen von innen nach außen zu mähen, damit Tiere vor den Mähfahrzeugen fliehen können. Für die Umsetzung dieser Vorgehensweise dankte der Landrat der Landwirtschaft ausdrücklich. Besonders hob er den Einsatz der Kitzrettung Wörth/Trennfurt mit ihren vielen Helfer*innen hervor. Diese stünden zuverlässig und zeitnah zur Verfügung, auch hätten sie viele Sponsoren zur Unterstützung gewinnen können. „Im Sommer viele Rehe mit ihren Kitzen zu sehen, ist dann eine wunderbare Belohnung“, sagte der Landrat, dankte allen Sponsoren und überreichte der Schule einen Scheck.

Die Auszeichnung der Stadt Wörth zeige laut Bürgermeister Andreas Fath-Halbig, dass sich in Wörth viele Menschen für die Kitzrettung einsetzen. „Hier ziehen alle an einem Strang“, sagte er und bezeichnete die Aktionen „Action for Kitz“ und „Kids for Kitz“ als „Gewinn für alle Seiten.“ Trotz aller Technik brauche es aber noch den Personaleinsatz, stellte er fest und sprach von einem „Knochenjob“ in den Wiesen. Es gelte nun, die Kitzrettung weiter im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. „Bitte bleiben Sie dabei“, rief er dem Kitzrettungsteam zu.

Claudia Schuldt, Leiterin der Sparkassen-Geschäftsstelle Wörth, freute sich, ein Tablet zur drohnengestützten Rehkitzsuche und die Plaketten „Rehkitzfreundlichste Gemeinde 2021“ übergeben zu können. Sie sehe auf dem Weg zur Arbeit häufig Tiere in der Natur, sagte sie und fand es naheliegend, die Natur zu schützen. Ein solch starkes Engagement wie das der Kitzretter Wörth/Trennfurt sei aber nicht selbstverständlich, fand sie lobende Worte.

Für das Kitzrettungsteam freute sich Ingrid Kempf über die Auszeichnung. Teilweise seien die Helferinnen und Helfer schon um 5 Uhr morgens auf dem Feld, um Rehkitze zu bergen. Früher sei man bei sengender Sonne bis zu neun Stunden am Tag durch die Wiesen gegangen, erinnerte sie sich, an manchen Tagen habe man bis zu 300 Hektar Wiese durchstreift. Heute schaffe eine Drohne an einem Vormittag 25 Hektar, zeigte sie, dennoch brauche es weiterhin viele Helferinnen und Helfer. Bislang habe Norbert Abb mit seiner Privatdrohne dankenswerterweise die Wiesen abgeflogen, nun sei die erste neue Vereinsdrohne eingetroffen und zwei Mitglieder hätten schon den Drohnenschein erworben. Ohne die vielen Spenden – vom einstelligen bis zum vierstelligen Betrag – wäre diese Anschaffung nicht möglich gewesen, freute sie sich und hob die Jagdgenossenschaft und die Jagdpächter hervor, die eine hohe Summe gespendet hätten.

Nach der Übergabe des Tablets und der beiden Schilder sowie Urkunden an die beteiligten Landwirte führte Norbert Abb noch die Funktionsweise der Drohne vor.

Quelle :Landkreis-Miltenberg.de

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