Löwin in Zoo im Gazastreifen werden die Krallen entfernt


PETA Deutschland fordert Rafah Zoo auf, schmerzhafte Prozedur zu verbieten

 

Gazastreifen / Stuttgart, 1. März 2019 Ein Onlinevideo zeigt, wie Tierpfleger im Rafah Zoo, einem Kleinzoo im südlichen Gazastreifen, der jungen Löwin Falestine die Krallen entfernen. Dadurch soll der Kontakt mit Zoobesuchern ermöglicht werden. PETA Deutschland fordert die zuständigen Behörden heute in einem Schreiben auf, rechtliche Schritte gegen den Zoo einzuleiten. Tiere müssen gegebenenfalls beschlagnahmt und der Zoo dauerhaft geschlossen werden.
 
Die Tierschutzorganisation weist in dem Brief darauf hin, dass die Krallenentfernung bei Katzen immer mit Schmerzen verbunden ist und die Amputation des dritten Zehenknochens und der zugehörigen Kralle beinhaltet. Häufig kommt es zu Komplikationen wie starken Blutungen, schweren Infektionen, Abszessbildung oder chronischer Lahmheit. An der Löwin Falestine wurde die Prozedur mit einer Draht- und einer Gartenschere vorgenommen – scheinbar ohne auf ein keimfreies Umfeld zu achten und ohne ausreichende Betäubung. Sollte dies der Fall sein, erhöhen sich die Risiken für lebensbedrohliche oder chronische Komplikationen.
 
„Ohne ihre Krallen kann die junge Löwin nicht einmal ihren grundlegendsten natürlichen Verhaltensweisen, wie dem Baumklettern oder dem Greifen nach Nahrung, nachkommen“, erklärt Biologin Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland. „Die Krallenamputation hält Großkatzen nicht davon ab, mit ihren Tatzen zu schlagen oder Besucher zu beißen. Wir fordern die Behörden auf, sicherzustellen, dass kein anderes Tier im Rafah Zoo auf diese oder andere Weise gequält wird.“
 
Das deutsche Tierschutzgesetz und die Vorgaben des US-Landwirtschaftsministeriums untersagen das Entfernen der Krallen bei exotischen und Wildkatzen. Auch die amerikanische Tierärztevereinigung verurteilt in einem Positionspapier die Krallenentfernung bei exotischen und Wildkatzen, einschließlich Löwen. Erst im vergangenen Jahr hatte ein US-Bundesgericht in einem Beschluss erklärt, dass die Krallenentfernung bei gefährdeten und bedrohten Katzen gegen den U.S. Endangered Species Act verstößt, sofern der Eingriff nicht medizinisch notwendig ist.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation spricht sich grundsätzlich gegen Speziesismus, eine von einer Überlegenheitsideologie geprägte Weltanschauung, aus.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zoo
 
Das Anschreiben steht hier zur Verfügung.
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, CarolinVS@peta.de



Quelle : PETA.de

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