Main-Tauber-Kreis / Wertheim: Christoph Schauder ist seit Dienstag neuer Landrat

Am ersten Arbeitstag als neuer Landrat des Main-Tauber-Kreises stellte Christoph Schauder sich dem Führungsteam der Kreisverwaltung Corona-bedingt per Videokonferenz vor.

 

„Hallo Team – und das meine ich wörtlich“, mit diesen Worten eröffnete Landrat Schauder die Videokonferenz. Darin beschrieb er seine Ziele für die kommenden acht Jahre, die er mit den rund 1000 Mitarbeitenden der Verwaltung und dem Kreistag gemeinsam umsetzen wolle. Aktuell stehe der Landkreis zwar gut da, aber dennoch dürfe man nicht aufhören, ihn weiter voranzubringen. Die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen werde noch viele Herausforderungen mit sich bringen. Die aktuelle Situation biete aber auch Chancen. Schauder nannte konkret die Digitalisierung. Zum einen müsse der Breitbandausbau weiter vorangetrieben werden, zum anderen gelte es, das Dienstleistungsangebot des Landratsamtes schrittweise zu digitalisieren, zum Beispiel durch eine elektronische Terminvereinbarung.

Nachtragshaushalt wird kurzfristig auf den Weg gebracht

Da die Pandemie in den kommenden Jahren für finanzielle Herausforderungen sorgen werde, sei eines seiner wichtigsten Anliegen eine vernünftige Haushaltspolitik, welche den Landkreis kreativ weiterentwickelt, aber zugleich solide ist und die Leistungsfähigkeit der Kommunen im Blick behält. Geplante Investitionen müssten immer und möglichst frühzeitig auf ihre Folgekosten überprüft werden. Wichtig seien ihm die Weiterentwicklung der drei beruflichen Schulstandorte in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim.

Mit Blick auf das Kloster Bronnbach und den geplanten Bau des zweiten Hoteltraktes („Bursariat II“) kündigte er an, rasch Gespräche zu führen, um Zuständigkeiten und Schnittstellen zwischen Kreisverwaltung und Pächter in einem vertrauensvollen Miteinander klar zu definieren. Da es mit dem Neubau der Straßenmeisterei in Külsheim noch ein weiteres, absolut wichtiges Großprojekt gebe, strebe er ein engmaschiges Projektcontrolling an.

Vor diesem Hintergrund werde er noch im Juni den Gremien des Kreistags den Entwurf für einen Nachtragshaushalt zur Beratung vorlegen. Ziel sei eine Verabschiedung durch den Kreistag in seiner Sitzung am 14. Juli.

Als wichtiges Anliegen bezeichnete es Schauder, die Kreisstraßen zu ertüchtigen, instand zu halten und den Sanierungsstau weiter abzubauen. Mit dem Neckar-Odenwald-Kreis möchte er sich beim Land dafür einsetzen, dass der Probebetrieb des Regionalbahntakts auf der Frankenbahn in eine dauerhafte, durch das Land finanzierte Lösung überführt wird.

Im sozialen Bereich wolle er Teilhabe fördern, Mitwirkung zulassen sowie Armut und soziale Benachteiligung verhindern oder zumindest begrenzen.

Erste Organisationsentscheidungen getroffen – Neues Kulturamt

Im Gespräch mit seiner Führungscrew erläuterte Schauder auch erste Organisationsentscheidungen, die pünktlich zu seinem Dienstantritt in die Tat umgesetzt worden sind. So werden alle kulturellen Aktivitäten des Landkreises ab sofort in einem Amt gebündelt. „Mein Ziel ist, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Kräfte effektiv zu bündeln“, sagte der Landrat. In diesem Zug wurde das bisherige Kulturamt Kloster Bronnbach in Kulturamt umbenannt. Das Sachgebiet „Musik- und Kulturförderung, Heimatpflege“ wechselte aus dem Amt für Schulen und ÖPNV in das neue Amt. Dieses wurde im Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung angesiedelt, das von Ursula Mühleck geleitet wird. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Amtsleitung wurde Frank Mittnacht betraut. Er wird diese Funktion bis auf Weiteres und zusätzlich zu seiner Funktion als Persönlicher Referent des Landrats wahrnehmen.

Bis die Position des Ersten Landesbeamten oder der Ersten Landesbeamtin wiederbesetzt ist, wird der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Meinhard Stärkel, kommissarisch das Dezernat für Recht und Umwelt leiten. Dabei wird er von Bauamtsleiter Johannes Krombach unterstützt, der die Funktion der stellvertretenden Dezernatsleitung innehat. „Ich bin den beiden Kollegen dankbar, dass sie bereit sind, vorübergehend diese wichtigen Funktionen zusätzlich zu übernehmen“, sagte Schauder.

Torsten Hauck hat bisher sowohl das Dezernat für Personal und Finanzen als auch das darin angesiedelte Amt für Personal und Zentrale Dienste geleitet. Nachdem seit April auch das Amt für Immobilienmanagement mit seinen wichtigen Großbauprojekten zu diesem Dezernat gehört, soll die Leitung des Amtes für Personal und Zentrale Dienste neu besetzt werden. „Ziel ist, dass Torsten Hauck sich auf die Funktion der Dezernatsleitung und strategische Fragestellungen konzentrieren kann, ohne die Doppelbelastung als Amtsleiter“, erläuterte der Landrat. Bis die Stelle besetzt ist, wird die bisherige Personal-Sachgebietsleiterin Janina Hauck mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Amtsleitung beauftragt. Für die Bereitschaft, diese anspruchsvolle Aufgabe zeitweise zu übernehmen, dankte ihr der Landrat.

Biographie

Christoph Schauder wurde am 25. August 1981 in Heidelberg geboren. Nach dem Abitur in Mosbach studierte er an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften und legte die Erste und Zweite juristische Staatsprüfung ab. Seine berufliche Laufbahn in der Landesverwaltung Baden-Württemberg begann er 2011 beim Landratsamt Bodenseekreis als Leiter der Baurechtsbehörde. 2014 wechselte Schauder als Referent für Raumordnung, Baurecht und Denkmalschutz zum Regierungspräsidium Stuttgart. Von 2015 bis 2019 war er Dezernent für Ordnung und Gesundheit beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis.

Zum 1. August 2019 wechselte Christoph Schauder als Erster Landesbeamter in den Main-Tauber-Kreis. Am 17. März 2021 wählte ihn der dortige Kreistag im ersten Wahlgang mit 41 von 47 Stimmen bei sechs Enthaltungen zum Landrat. Seine Amtszeit dauert bis zum 31. Mai 2029. Schauder ist verheiratet.

Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Bildergalerie Abrissparty Tauberbrücke Wertheim + Video , 12.03.2016

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*