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Osnabrück / Stuttgart, 7. Oktober 2022 – Gestern gaben die Verantwortlichen des Zoos Osnabrück den Tod des 49-jährigen Luka bekannt. Der Asiatische Elefant wurde wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustands von einem Tierarzt getötet. Laut Medienberichten erwägen die Zooverantwortlichen nun die Aufnahme eines neuen „Zuchtbullen“. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA die Elefantenhaltung scharf und fordert einen Zuchtstopp. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass sich in einem aktuellen Bericht an die britische Regierung 25 Elefantenexpertinnen und Experten wissenschaftlich begründet für ein Ende der Zucht und Haltung in Zoos aussprachen. [1] Durch die extrem beengten und artwidrigen Bedingungen, unter denen die Tiere in Gefangenschaft ausharren müssen, kommt es immer wieder zu gesundheitlichen Problemen. Zudem mahnt die Tierrechtsorganisation das vorgeschobene Argument des Artenschutzes an – die in Gefangenschaft geborenen und gehaltenen Tiere werden niemals ausgewildert.
„Die Elefantenzucht im Zoo ist eine Sackgasse und muss beendet werden“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Daher appellieren wir an die Zooverantwortlichen, die Elefantenhaltung zu beenden. Jährlich fließen Millionen an Steuergeldern in die Haltung der Dickhäuter – ausgewildert werden die Tiere jedoch nicht. Würde das Geld direkt in den Elefantenschutz in Afrika und Asien investiert, könnten jedes Jahr Tausende Tiere vor der Wilderei geschützt werden.“
Artgerechte Elefantenhaltung in Zoos ist unmöglich
Durch den weltweiten Transfer von Elefanten zwischen den Zoos für die Zucht werden die sensiblen Tiere immer wieder von ihren Familien und sozialen Gruppen getrennt und in ein völlig neues Umfeld gebracht. Dies kann für das jeweilige Individuum verheerende Auswirkungen auf die körperliche und seelische Verfassung haben. Auch Auseinandersetzungen sind vorprogrammiert, da es in Gefangenschaft bei Konflikten in der Regel keine Ausweichmöglichkeit gibt. Selbst in Sozialgruppen mit Müttern, Töchtern und Tanten verwehren Zoos den Tieren oft die Möglichkeit, lebenslang in den natürlichen, matriarchalen Familienverbänden zusammenzubleiben. Bullen werden dagegen häufig bei Erreichen der Geschlechtsreife isoliert, obwohl auch sie in der Natur keine reinen Einzelgänger sind.
PETA spricht sich grundsätzlich gegen die Elefantenhaltung in Zoos aus, da diese unabhängig von der Haltungsform nicht artgerecht möglich ist. In der Natur leben Elefanten in stabilen Sozialverbänden, wandern täglich viele Kilometer und erleben eine Vielzahl von Umweltreizen. Der Zooalltag hingegen ist geprägt von Bewegungsmangel, Beschäftigungslosigkeit und zerstörten Sozialstrukturen. Viele Elefanten in Zoos leiden unter schweren Verhaltensstörungen, was sich unter anderem im sogenannten Weben äußert, bei dem die Tiere mit Kopf und Körper hin und her schwanken. Das unnatürlich lange Stehen verursacht Fuß- und Gelenkerkrankungen; Stress und Fettleibigkeit sind die Hauptgründe dafür, dass Elefanten im Zoo durchschnittlich deutlich früher sterben als ihre Artgenossen in freier Natur. [2]
Zudem untergräbt die Zucht der Tiere in Gefangenschaft die Ziele des Artenschutzes. Die Einrichtungen importieren teilweise auch heute noch in der Wildnis gefangene Elefanten und tragen so zu ihrem Verschwinden in der Natur bei. Im Zoo geborene Elefanten wiederum werden nicht ausgewildert. PETA fordert, dass Gelder statt in Zuchtprogramme und kostenintensive Bauprojekte der Zoos künftig direkt in Artenschutzprojekte in den Herkunftsländern bedrohter Tierarten investiert werden, um ihr Überleben dort zu sichern.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
[1] Atkinson, R.P.D., and Lindsay, W.K. (2022): Expansive, diverse habitats are vital to the welfare of elephants in captivity. A report submitted to the Department for Environment, Food and Rural Affairs, Government of the United Kingdom, July 2022. Online abrufbar unter: https://www.conservativeanimalwelfarefoundation.org/latest-news-updates/cawf-report-reveals-zoos-are-not-able-to-meet-the-complex-needs-of-elephants/ (07.10.2022)
[2] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants., Science 12 December 2008: 1649.
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Elefanten-in-Zoos
PETA.de/Themen/Zoo-Elefantenhaltung-Arten
PETA.de/Themen/Zoo
PETA.de/Themen/ZooIrrtuemer
Pressekontakt:
Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, [email protected]
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