PETA fordert Veterinäramt Coesfeld auf, neuen V


Dülmen / Breckerfeld / Stuttgart, 11. Juni 2019 – Das Töten von Fischen ist kein Sport: Am kommenden Wochenende sollte im Angelpark Steinbachtal in Breckerfeld die German Spoon-Championship 2019 stattfinden. Da das Wettangeln gegen das Tierschutzgesetz verstößt, forderte PETA das Veterinäramt des Kreises Ennepe-Ruhr im Vorfeld auf, das Event zu unterbinden. Die Organisation lobt nun das Engagement der Behörde, die den Angelwettbewerb mit einer schriftlichen Verfügung untersagte. Laut inoffizieller Hinweise soll die Veranstaltung jetzt in den Forellenhof Münsterland in Dülmen verlegt werden. Daher appelliert PETA nun an das Veterinäramt Coesfeld, dies zu überprüfen und den tierschutzwidrigen Wettbewerb ebenfalls zu untersagen, sollten sich die Hinweise bestätigen.
 
„Wir danken dem Veterinäramt Ennepe-Ruhr für das schnelle Eingreifen, denn aus dem Töten von Tieren einen Wettbewerb zu machen, ist geschmacklos und illegal. Nun ist das Veterinäramt in Coesfeld gefragt, dieser Tierquälerei ebenfalls einen Riegel vorzuschieben“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Könnten Fische ihre Schmerzen durch Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine vertretbare ‚Freizeitbeschäftigung‘.“
 
Bei der für Teilnehmer kostenpflichtigen Wettangelveranstaltung geht es laut den PETA vorliegenden Informationen darum, möglichst viele Forellen in einer bestimmten Zeit zu fangen. Es gibt Platzierungslisten der Gewinner und Preise. Hinweisen zufolge werden die gefangenen Forellen aufgrund des Zeitdrucks oft nicht einmal betäubt, geschweige denn vorschriftsmäßig getötet. Laut Tierschutzgesetz ist es untersagt, Wirbeltiere ohne sogenannten vernünftigen Grund zu töten. Bereits 2012 gelang es PETA, ähnliche Wettangelveranstaltungen zu verhindern. Nachdem die Organisation Strafanzeige gegen den Wettangelveranstalter Trout-Fishing-Tackle & Event-Marketing GbR erstattet hatte, wurden mehrere Wettbewerbe in verschiedenen Städten Deutschlands abgesagt.
 
Richterliche Anordnungen gegen Wettfischen
Im Januar 2014 schrieb die Staatsanwaltschaft Augsburg als Antwort auf eine Anzeige von PETA in einem Bescheid: „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Durchführung eines Wettfischens – gerade bei der gleichzeitigen Auslobung von Preisen – objektiv ein Vergehen der Tierquälerei nach § 17 Nr. 1 TierSchG darstellt. Ein anerkannter Grund für die Tiertötung ist z. B. der spätere Verzehr. Ein späterer Verzehr tritt jedoch nach der Kommentarliteratur dann in den Hintergrund, wenn nicht mehr der Verzehr, sondern der Wettbewerbsgedanke, wie dies bei Wettkämpfen der Fall ist, Hauptgrund ist.“ PETA verweist auch auf die Verfügungen von acht Staatsanwaltschaften, unter anderem Regensburg vom 21. März 2018 (Az. 103 Js 4867/18), Würzburg vom 13. Juli 2015 (Az.: 612Js 12165/14) und Münster vom 19. März 2014 (Az.: 540 Js 1433/13). In diesen wurde bereits festgestellt, dass es sich beim Wettfischen um eine strafbare Handlung handelt – und zwar selbst dann, wenn der Fisch anschließend verzehrt wird.
 
Fische sind schmerzempfindende Lebewesen
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften [1]. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“ [2]. Auch der Philosophieprofessor Markus Wild ist der Ansicht, dass Angeln grundsätzlich untersagt werden sollte, da es laut Tierschutzgesetz verboten ist, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Leiden zuzufügen [3].
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Balcombe, Jonathan (2016): Was Fische wissen. Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser.
[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013). Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose, 2013.
[3] http://www.swr.de/swr2/wissen/fische-empfinden-schmerzen/-/id=661224/did=19481312/nid=661224/1sd49il/.

Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]
 
 



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches