Neues Stadtbuskonzept startet Mitte Juni
Mehr Fahrten, bessere Anbindung, übersichtliche Vertaktung
Mehr Fahrten, bessere Anbindung, zusätzliche Haltestellen, übersichtliche Vertaktung – der Stadtbusverkehr in Wertheim macht einen großen Schritt nach vorne. Seit fast zwei Jahren arbeitet die Stadtverwaltung an dem komplexen Thema. Zum Fahrplanwechsel Mitte Juni soll das neue Konzept starten. Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, Bürgermeister Wolfgang Stein, Dietmar Maier von der Nahverkehrsberatung Südwest und Frank Hofmann vom städtischen Ordnungsamt stellten es heute in einem Pressegespräch vor. Am Abend zuvor hatte es der Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Sehr viel attraktiver wird das Stadtbuskonzept vor allem durch folgende Verbesserungen:
- Die Stadtteile werden generell besser an die Kernstadt angebunden.
- Die Zahl der Fahrten wird um ein Drittel ausgeweitet (insgesamt rund 60.000 Kilometer mehr pro Jahr).
- Das Stadtbusnetz ist dank 14 neuer Haltestellen besser erreichbar.
- Der neue Krankenhausstandort am Reinhardshof wird an die Stadtbuslinie angebunden.
- Die Fahrpläne sind dank einer verlässlichen Vertaktung sehr viel übersichtlicher.
Gelten sollen die neuen Fahrpläne für die insgesamt drei Stadtbuslinien ab 13. Juni.
In Auftrag gegeben hatte die Stadt Wertheim die Überplanung des Stadtbusverkehrs Mitte 2014. Anlass war die angekündigte Neuvergabe der kreisweiten ÖPNV-Linien ab Dezember 2017 für den Zeitraum von zehn Jahren. Dies war der richtige Zeitpunkt, den Stadtbusverkehr insgesamt auf den Prüfstand zu stellen und vor allem die Anbindung des neuen Krankenhausstandorts ab Mitte 2016 auf dem Reinhardshof in den Blick zu nehmen. Mit der Überplanung beauftragt wurde die Nahverkehrsberatung Südwest.
Zunächst dachte man an eine zusätzliche Pendellinie, die in einer ersten Stufe ab Mitte 2016 eine Verbindung zum neuen Krankenhaus auf dem Reinhardshof schafft. Jetzt greift die „große Lösung“ zur umfassenden Verbesserung des Stadtbusverkehrs nicht erst in Stufe 2 ab Ende 2017, sondern schon heute. „Das ist vor allem dem Entgegenkommen des Busunternehmens Ott als derzeitigem Konzessionsinhaber zu verdanken,“ betonte Bürgermeister Stein in dem Pressegespräch.
Fahrplankonzept ab Sommer 2016
Der Fahrplan für Sommer 2016 entspricht also bereits weitgehend dem für 2017 geplanten Konzept. Es hat folgende wesentlichen Eckpunkte:
- Die Stadtteile Bestenheid sowie Wartberg/Reinhardshof werden zweimal pro Stunde bedient, Hofgarten einmal pro Stunde. Nach Vockenrot/Neuhof fahren die Busse zunächst im derzeitigen Umfang, bis Klarheit über eine zusätzliche Haltestelle für den Bereich Vockenrot-West besteht.
- Die Fahrzeiten des Stadtbusses liegen Montag bis Freitag zwischen 5.30 und 20 Uhr, Samstag zwischen 7 und 15 Uhr.
- Die Zahl der Fahrten und der gefahrenen Kilometer wird um etwa ein Drittel ausgeweitet (60.000 Kilometer pro Jahr). Die größte Verbesserung betrifft die Stadtteile auf der Höhe. Die Zahl der Fahrten Richtung Wartberg und Reinhardhof erhöht sich von bisher zehn pro Tag auf künftig 27. Die Anbindung des Hofgartens verbessert sich von zehn auf 14 Fahrten. Für Bestenheid bleibt die Zahl der bisher schon vielen Fahrten gleich, sie werden aber übersichtlicher und verlässlicher getaktet.
- Zur besseren Anbindung gibt es 14 neue Haltestellen: In Bestenheid wird das Gebiet südlich der Bestenheider Landstraße durch die Haltestellen Liegnitzer Straße und Reichenberger Straße (stündliche Bedienung) verbessert. Westlich des bisherigen Endpunkts Evang. Kirche wird eine Haltestelle Leonhard-Karl-Straße eingerichtet, die zweimal pro Stunde bedient wird. Für den Berufsverkehr kommen außerdem noch die neuen Haltestellen Mühlenweg, Schuller, Otto-Schott-Straße und Hafenstraße hinzu.
- Im Bereich Wartberg/Reinhardshof entstehen die neuen Haltestellen S.-Provence-Ring Nord, Kirchenzentrum und Berliner Ring dazu. Letztere wird stündlich angefahren, die übrigen beiden halbstündlich. Dafür entfällt künftig die nur umständlich und zeitaufwändig erreichbare Haltestelle „Frankenplatz“.
Stadtverwaltung und Nahverkehrsberatung Südwest arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung des neuen Stadtbuskonzepts zum 13 Juni. Aktuelle Aufgaben sind die Einrichtung der neuen Haltestellen sowie Vorbereitung von Materialien zur Information der Bürgerschaft (Fahrplanbroschüre mit Haltestellenübersicht).
Für das neue Stadtbuskonzept ab Juni stehen im städtischen Haushalt 2016 Mittel in Höhe von 55.000 Euro bereit. Für den Fahrgast ändert sich preislich nichts. Der Einzelfahrschein kostet weiterhin 1,60 Euro. Das Tariftableau des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) bietet zudem viele Vergünstigungen für Stammkunden und Vielfahrer.
Fahrplankonzept zum Dezember 2017
Zum Fahrplanwechsel 2017 werden alle Linien im Main-Tauber-Kreis neu vergeben. Der Stadtverkehr Wertheim ist dabei ein eigenes Linienbündel. Für die Fahrplangestaltung ergeben sich daraus kleinere Anpassungen. „Die Taktstruktur des Stadtbusfahrplans bleibt auf jeden Fall erhalten,“ erläuterte Dietmar Maier von der Nahverkehrsberatung Südwest.
Über die Stadtbusfinanzierung für die Zeit nach der Ausschreibung 2017 haben sich Stadt und Landkreis auf eine hälftige Defizitaufteilung geeinigt.
Rufbussystem für Anbindung der Ortschaften
Die Stadtteile werden also ab Mitte Juni sehr viel besser an die Kernstadt angebunden. Aber wie steht es um die Buslinien in die Ortschaften, die weiterhin sehr stark vom Schülerverkehr abhängen? Hier sehen alle Vekehrsexperten ein Rufbussystem als geeignetes Mittel zur besseren Anbindung an. OB Mikulicz sieht darin den „konsequent nächsten Schritt.“ Er kündigte an, sich auf Landkreisebene für Entwicklung eines Rufbussystems für die Wertheimer Ortschaften einzusetzen.
- Abfahrtspläne im Vergleich: vorher und nachher (118 KB)
- Fahrplan ab 13. Juni (420 KB)
Stadtverwaltung Wertheim