Statistisches Bundesamt: Importpreise im Oktober 2021 anstieg +21,7 % gegenüber Oktober 2020

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sheikh86295328 / Pixabay Symbolbild Schockierter Bürger

 

Importpreise, Oktober 2021
+3,8 % zum Vormonat
+21,7 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Oktober 2021
+1,4 % zum Vormonat
+9,5 % zum Vorjahresmonat

WIESBADEN – Die Importpreise waren im Oktober 2021 um 21,7 % höher als im Oktober 2020. Eine ähnlich hohe Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1980 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+21,8 %, gegenüber Januar 1979). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im September 2021 bei +17,7 % gelegen, im August 2021 bei +16,5 %. Gegenüber dem Vormonat September 2021 stiegen die Importpreise im Oktober 2021 um 3,8 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Oktober 2021 um 141,0 % teurer als im Oktober 2020. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im Oktober 2021 fast dreimal so hoch wie im Oktober 2020 (+193,9 %). Auch die Einfuhrpreise für Erdöl und Steinkohle haben sich verdoppelt beziehungsweise verdreifacht: Erdöl war im Oktober 2021 im Vorjahresvergleich um 105,9 % teurer, importierte Steinkohle sogar um 213,2 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Oktober 2021 um 11,2 % höher als im Oktober 2020 und 1,2 % höher als im Vormonat September 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 17,5 % über dem Stand des Vorjahres (+3,0 % gegenüber September 2021).

Höhere Preise im Vorjahresvergleich auch bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Holz- und Holzwaren

Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamteinfuhrpreisindex, wenn auch deutlich weniger als die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im Oktober 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 22,1 % höheren Preisen importiert. Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich infolge der Energiepreisentwicklung binnen Jahresfrist um 123,3 % (+25,2 % gegenüber September 2021). Gegenüber Oktober 2020 verteuerten sich außerdem vor allem Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,8 %), Rohaluminium (+59,6 %), Rohkupfer (+47,1 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+41,5 %).

Die Preise für Eisenerze lagen im Oktober 2021 um 20,9 % über denen von Oktober 2020, verbilligten sich aber im Vormonatsvergleich zum zweiten Mal nennenswert (-19,3 % gegenüber September 2021). Die Preise für gesägtes und gehobeltes Holz waren im Vorjahresvergleich 58,8 % höher, sind aber im Vormonatsvergleich erstmals seit Februar 2020 gesunken (-2,1 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Oktober 2021 um 3,4 % über denen von Oktober 2020. Teurer waren unter anderem Notebooks (+9,4 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,0 %). Dagegen sanken die Preise für Tablets im Vorjahresvergleich um 0,7 %.

Importierte Verbrauchsgüter waren im Oktober 2021 binnen Jahresfrist 4,0 % teurer, Gebrauchsgüter 3,7 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 15,5 % über denen von Oktober 2020. Während sich insbesondere Rohkaffee (+60,8 %) und Getreide (+32,5 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-15,9 %).

Ausgewählte Veränderungen bei den Importpreisen im Oktober 2021
Importpreisindex für Veränderung
Oktober 2021
zu Oktober 2020
Veränderung
Oktober 2021
zu September
 2021
in %
Vorleistungsgüter 22,1 1,5
darunter:
Düngemittel und Stickstoffverbindungen 123,3 25,2
Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 60,8 1,2
Rohaluminium 59,6 8,7
Holz, gesägt und gehobelt 58,8 -2,1
Rohkupfer 47,1 5,9
Nicht-Eisen-Metallerze 41,8 5,8
Kunststoffe in Primärformen 41,5 1,2
Papier, Pappen und Waren daraus 17,3 2,2
Investitionsgüter 3,4 0,6
Gebrauchsgüter 3,7 0,7
Verbrauchsgüter 4,0 0,8
darunter:
Pflanzliche und tierische Öle und Fette 23,8 3,6
Energie 141,0 20,6
davon: 
Elektrischer Strom 307,9 7,3
Steinkohle 213,2 35,2
Erdgas, roh 193,9 29,6
Erdöl, roh 105,9 13,4
Mineralölerzeugnisse 102,0 13,7
Landwirtschaftliche Güter 15,5 3,0
darunter:
Rohkaffee 60,8 7,4
Getreide 32,5 4,5
Lebende Schweine -15,9 -1,9

Veränderungen der Exportpreise im Oktober 2021

Der Index der Exportpreise lag im Oktober 2021 um 9,5 % über dem Stand von Oktober 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1975 gegeben (+10,5 % gegenüber Januar 1974). Im September 2021 und im August 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +8,1 % beziehungsweise bei +7,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat September 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 1,4 %.

Indizes der Außenhandelspreise
Jahr / Monat 2015 = 100 Veränderung
gegenüber
Vorjahres-
zeitraum
Veränderung
gegenüber
Vormonat
in %
JD = Jahresdurchschnitt
–  = nichts vorhanden
Index der Einfuhrpreise
2015 JD   100,0 -2,8
2016 JD   96,7 -3,3
2017 JD   100,1 3,5
2018 JD   102,7 2,6
2019 JD    101,7 -1,0
2020 JD    97,3 -4,3
2020 Oktober 97,1 -3,9 0,3
November 97,6 -3,8 0,5
Dezember 98,2 -3,4 0,6

2021

Januar 100,1 -1,2 1,9
Februar 101,8 1,4 1,7
März 103,6 6,9 1,8
April 105,0 10,3 1,4
Mai 106,8 11,8 1,7
Juni 108,5 12,9 1,6
Juli 110,9 15,0 2,2
August 112,4 16,5 1,4
September 113,9 17,7 1,3
Oktober 118,2 21,7 3,8
 nachrichtlich:
Gesamtindex ohne Energie 110,8 11,2 1,2
Gesamtindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse 115,9 17,5 3,0
Index der Ausfuhrpreise
2015 JD   100,0 0,9
2016 JD   99,0 -1,0
2017 JD   100,7 1,7
2018 JD   101,9 1,2
2019 JD    102,4 0,5
2020 JD    101,7 -0,7  
2020 Oktober 101,4 -1,0 0,1
November 101,8 -0,6 0,4
Dezember 101,9 -0,6 0,1

2021

Januar 102,8 0,1 0,9
Februar 103,3 0,7 0,5
März 104,1 2,2 0,8
April 104,9 3,3 0,8
Mai 105,6 4,2 0,7
Juni 106,4 5,0 0,8
Juli 107,7 6,3 1,2
August 108,5 7,2 0,7
September 109,5 8,1 0,9
Oktober 111,0 9,5 1,4

Quelle : destatis.de

 

Vermisst – 7-jährige Tara R. aus Gaildorf-Ottendorf – Wer kann Hinweise geben