Tauben verbrannt und angeschossen – PETA setzt jeweils 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus


Mainz / Stuttgart, 3. April 2019 – Suche nach Tierquälern: In den vergangenen zwei Wochen wurden insgesamt drei Tauben mit schweren Brandverletzungen im Kleintierhaus Tierheim Mainz abgegeben. Die ersten beiden Vögel wurden am Donnerstag, 21. März, am Mainzer Hauptbahnhof gefunden, das dritte Tier am vergangenen Mittwoch. Die Tierheim-Mitarbeiter gehen davon aus, dass alle drei Tauben zum gleichen Zeitpunkt von Unbekannten mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet wurden. Der Vorstand des Tierschutzvereins Mainz und Umgebung e.V. setzte bereits 1000 Euro Belohnung für Hinweise, die die Täter überführen aus. Hinweise nimmt das Tierheim Mainz per Mail an taube@thmainz.de entgegen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Tierquälerei.
 
Neuer Fall: Mit Diabolo beschossene Taube
Am Montagnachmittag brachte die Feuerwehr eine Taube, die mit einem Diabolo angeschossen worden und flugunfähig war, ins Tierheim Mainz. Der verletzte Vogel war in der Straße Im Borner Grund in Mainz-Marienborn gefunden worden. Einer ihrer Flügel war gebrochen.
 
PETA setzt Belohnung aus
Um die Suche nach den Tierquälern zu unterstützen, setzt PETA nun in beiden Fällen eine Belohnung in Höhe von jeweils 1000 Euro für Hinweise, die zu ihrer Verurteilung führen, aus. Zeugen können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym.
 
„Die Unbekannten, die die Tauben angezündet und beschossen haben, müssen gefunden werden, bevor noch weitere Vögel verletzt werden oder qualvoll sterben“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Arbeit der Polizei unterstützen und Menschen für das Thema Tierquälerei sensibilisieren. Tiere müssen vor derartigen Übergriffen geschützt werden. Wer Vögel zum Spaß quält, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück. Weitere Funde verletzter Tauben sollten unbedingt dem Tierheim gemeldet und bei der Polizei angezeigt werden.“
 
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
Stadttauben sind häufig die Nachfahren von Zuchttauben oder sogenannten „Brieftauben“. Ihre artgerechte Nahrung besteht nicht aus Essensresten, sondern sie sind Körnerfresser. Etwa 40 Gramm Futter am Tag benötigt eine ausgewachsene Taube zum Überleben. Da die Vögel in unseren Innenstädten nicht einmal einen Bruchteil der benötigten Menge finden, essen sie hungrig alles, was als Abfall auf den Straßen landet. Viele Stunden sind die Tiere täglich zu Fuß unterwegs, um etwas Nahrung zu finden. Dabei verfangen sie sich oft mit den Füßen in Schnüren, Fäden oder Plastikteilen und verschnüren sich dort, bis die Zehen abgestorben sind. Außerdem werden Tauben häufig Opfer von Giftköder-Anschlägen oder verletzen sich an Taubenabschreckungsvorrichtungen wie Spikes, Dornen, Klebepasten, Glasscherben, Stromdrähten, Netzen oder Spanndrähten. Zusätzlich verätzt im Winter das ausgebrachte Streusalz schon bei kleinsten Entzündungen die empfindlichen Füße wie Salzsäure. Meist kämpfen sich die Tiere durch ein viel zu kurzes Leben, das von Angst, Hunger und Schmerzen geprägt ist. Tauben überleben in unseren Städten unter diesen erbärmlichen Lebensbedingungen selten länger als zwei Jahre,  obwohl sie eine natürliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren hätten.
 
Die Vögel sind fürsorgliche Eltern und ihren Partnern gegenüber sehr treu – der Verlust des Gefährten oder ihrer Jungen bedeutet für die sensiblen Tiere großes Leid. Diese Treue und Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag wird im „Brieftaubensport“ skrupellos ausgenutzt. Bei Wettbewerben müssen die Tiere häufig Strecken von mehreren hundert Kilometern zu ihrem Heimatschlag zurücklegen. Viele der Vögel sterben auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. Die Tierschutzorganisation PETA weist auf die Tierschutzwidrigkeit des Brieftaubensports hin und fordert ein Verbot der Taubenwettflüge in Deutschland.
 
   
Drei Tauben wurden offenbar mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und
angezündet. / © Kleintierhaus Tierheim Mainz
 
 
In dieser Taube steckte ein Diabolo-Geschoss. / © Kleintierhaus Tierheim Mainz
 
Die druckfähigen Fotos können Sie hier herunterladen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Brieftaubensport
PETA.de/Whistleblower
PETA50plus.de/Stadttauben-brauchen-unsere-Hilfe
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de



Quelle : PETA.de

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