Wertheim: Stätten des Lebens – jüdische Friedhöfe – Archiv organisiert Online-Vortrag am 7. Juni

Tombstone Grave Cemetery Tomb  - IdaT / Pixabay
IdaT / Pixabay

 

Jüdische Friedhöfe sind vielerorts die letzten noch sichtbaren Zeugnisse der langen jüdischen Geschichte in Deutschland. Der Archivverbund Main-Tauber organisiert am Montag, 7. Juni, um 19.30 Uhr einen Online-Vortrag über tausend Jahre jüdischer Trauer- und Bestattungskultur. Die Referentin wird dabei besonders auf den jüdischen Friedhof in Wertheim eingehen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Volkshochschule und dem Historischen Verein.

Über Jahrhunderte bewahren jüdische Friedhöfe wie ein steinernes Archiv das Andenken an die hier Ruhenden. Sie nennen nicht nur die individuellen Namen und Daten, viel mehr zeichnen sie ein Bild von den Werten und Idealen einer Zeit und dem Wandel dieser Werte im Laufe der Jahrhunderte. An der Gestaltung der Friedhöfe und der Grabmale lässt sich die Entwicklung ablesen von selten wohlhabenden, aber religiös hochgebildeten und traditionsbewussten kleinen jüdischen Gemeinden zum aufgeklärten, modernen städtischen Bürgertum.

Doch das Ensemble, die Zeichenwelt eines Friedhofs, gilt es zu deuten. Der Vortrag möchte eine Einführung geben in die Geschichte und Entwicklung jüdischer Friedhöfe in Deutschland, von ihrer Lage und die Art und Weise der Belegung über die Gestaltung der Grabmale, die Bedeutung der vielfältigen Symbolik, den Inhalten der hebräischen und deutschen Inschriften bis hin zu den Spuren, die die junge und jüngste Geschichte hinterlassen haben.

Besondere Berücksichtigung findet dabei der jüdische Friedhof in Wertheim, der älteste erhaltene und bis ins 20. Jahrhundert genutzte jüdische Friedhof in Baden-Württemberg. Aufgrund der (fast) ununterbrochenen Tradition der Wertheimer jüdischen Gemeinde hat dieser Friedhof, der auch Verbandsfriedhof war und dessen ältester Grabstein aus dem Jahr 1405 stammt, eine besondere Bedeutung.

Die Referentin Nathanja Hüttenmeister, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e.V. an der Universität Duisburg-Essen. Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Erforschung der jüdischen Sepulkral- und Memorialkultur. Das Institut bietet neben zahlreichen Printpublikationen auch eine Reihe von online zugänglichen Präsentationen und Recherche-Tools.

Die Anmeldung zu dem Online-Vortrag ist über diesen Link möglich.

Quelle : Wertheim.de

 

Bildergalerie Abrissparty Tauberbrücke Wertheim + Video , 12.03.2016