Wertheim : Vom Facebook-Post zur Osterpost – Briefaktion für Bewohner der Johannes-Diakonie

Olaf Spielmann (l.) und Mario Kilian, Bewohner der „Frankensteiner Straße“, freuen sich über gebastelten Osterschmuck und -karten. Foto: Andreas Lang

Vom Facebook-Post zur Osterpost

Aufruf im sozialen Netzwerk fand ein enormes Echo – Briefaktion für Bewohner

Wertheim. Wenn keiner zu Besuch kommt, dann hilft Post gegen Einsamkeit. Und wenn Langeweile droht, dann wirken Briefe und Päckchen Wunder. Das dachte sich Isabell Seifert, Mitarbeiterin der Johannes-Diakonie, und startete über ihren privaten Facebook- Account einen Aufruf. Ihr Appell: kreative Briefe und Bastelarbeiten an soziale Einrichtungen schicken. Denn in den meisten Seniorenheimen und Pflegeinrichtungen herrscht wegen der aktuellen Corona- Epidemie Besuchsverbot, und vor allem zu Ostern fehlt vielen Bewohnern der Kontakt zu Freunden und Verwandten. „Ich habe mir gedacht, gerade jetzt gibt es so viele einsame Menschen“, erzählt Seifert. „Dagegen wollte ich etwas tun.“

Seiferts Facebook-Aufruf fand ein enormes Echo. Viele große und kleine Menschen machten sich ans Schreiben, Basteln und Verschicken. Über 50 Sendungen mit Briefen, gebastelten Osterhasen, Süßigkeiten und anderen Ostergrüßen landeten alleine im Briefkasten des Wohnangebots „Frankensteiner Straße“ der Johannes-Diakonie, dessen stellvertretende Leiterin Isabell Seifert ist. Und die Facebook-Gemeinde setzte noch einen drauf: Auf Seiferts Aufruf hin kamen Fußballtore und andere Spiel- und Sportgeräten an, die der Bewohnerschaft helfen sollen, die schwierige Corona-Zeit im Garten des Hauses zu überbrücken. „Mit einer solch großen Reaktion hatte ich nie und nimmer gerechnet“, berichtet Seifert.

Unter den Einsendungen sind auch viele farbenfrohe Bastelarbeiten von Kindern. Die bunten Bilder gefallen Olaf Spielmann und Mario Kilian am besten. Wie bei allen 24 Bewohnern der „Frankensteiner Straße“ hat sich auch ihr Alltag mit der Corona-Epidemie grundlegend geändert. Das Arbeiten in den Wertheimer Werkstätten ist weggefallen, Aktivitäten im Freien sind weitgehend auf den Garten beschränkt. Am meisten drückt der Besuchstopp auf die Stimmung.

Olaf Spielmann (l.) und
Mario
Kilian, Bewohner der „Frankensteiner Straße“, freuen sich über
gebastelten Osterschmuck und -karten. Foto: Andreas Lang

Als Ersatz müssen Telefonate und Videochats mit Angehörigen und Freunden herhalten.

Zu Ostern sind Isabell Seifert und ihre Kollegen daher nun noch mehr gefragt, wenn es darum geht, die Tage mit Programm zu füllen. Doch auch von außen kommt Unterstützung. „Ein befreundeter Musiker wird ein Konzert im Garten geben“, erzählt Seifert. Auch ein Ostergottesdienst im Freien sei geplant. Beide Veranstaltungen können die Bewohner von Fenstern und Balkonen aus mit dem nötigen Abstand miterleben. Überhaupt freut sich die Johannes- Diakonie-Mitarbeiterin über den breiten Rückhalt aus der Gemeinde. So hat ein Faschingsverein schon angeboten, ein Fest für das Hausauszurichten, wenn die Corona-Beschränkungen es wieder zulassen. Dieses Angebot ist ebenso wie die vielen Briefe und Päckchen für Seifert ein Zeichen für ein gelebtes Miteinander: „Uns alle, Mitarbeitende und Bewohner, freut sehr, wie viele Menschen an uns denken und Gutes tun wollen.

Johannes-Diakonie Mosbach:

Die Johannes-Diakonie ist ein sozialwirtschaftliches Unternehmen der Diakonie in Baden mit den Schwerpunkten Behindertenhilfe bzw. Eingliederungshilfe, Medizin und berufliche Rehabilitation, Bildung und Jugendhilfe. Sie beschäftigt über 2.600 Mitarbeitende. Die Johannes-Diakonie verfolgt in verschiedenen Geschäftsfeldern das gemeinsame Ziel einer optimalen Förderung und Versorgung von Menschen mit Behinderung und vergleichbarem Hilfebedarf als Beitrag zum gesellschaftlichen Inklusionsprozess.

Mehr Infos unter www.johannes-diakonie.de