Wertheim will „Stadt der Weltmarktführer“ werden – Stadt beantragt Führung einer Zusatzbezeichnung

Wertheim als „Stadt der Weltmarktführer“: Ulrike Müller, Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez und Jürgen Strahlheim mit einem Ortsschild-Prototyp. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim, die Hauptstadt der Weltmarktführer in der Region der Weltmarktführer – mit diesem Slogan wirbt die Stadt schon seit geraumer Zeit. Nun will sie den Titel „Stadt der Weltmarkführer“ als Zusatzbezeichnung führen. Jürgen Strahlheim und Ulrike Müller von der städtischen Wirtschaftsförderung haben dafür einen Antrag im Gemeinderat eingebracht. Dieser stimmte bei zwei Enthaltungen zu. „Mit der notwendigen Mehrheit gut und deutlich beschlossen“, freute sich Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez über die Unterstützung durch den Gemeinderat.

Im Dezember 2020 wurde die Gemeindeordnung Baden-Württembergs in der Passage geändert, die das Tragen von sonstigen Bezeichnungen von Städten oder Kommunen regelt. „Durch solche Zusatzbezeichnungen können örtliche Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale besonders hervorgehoben werden“, schildert die Vorlage. In der Praxis wurde die Vergabe von Zusatzbezeichnungen bisher eher restriktiv gehandhabt. Das Land hat das Verfahren nun deutlich vereinfacht und trägt damit den Wünschen vieler Kommunen Rechnung.

Das Verfahren basiert also auf der kommunalen Legitimation. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Beschluss des Gemeinderats mit einer klaren Aussage. Mindestens Dreiviertel der Mitglieder müssen zustimmen, in Wertheim sind das 18 Ja-Stimmen. Dann kann die Stadt das Führen der Zusatzbezeichnung über das Regierungspräsidium beim Innenministerium beantragen.

Gibt das Innenministerium die Zusage, darf die Stadt Wertheim den Titel „Stadt der Weltmarktführer“ beispielsweise auch auf dem Ortsschild führen. „In einem ersten Schritt sollen acht Schilder an sechs Standorten – jeweils an den Landstraßen – angebracht werden“, legte Strahlheim dar. Die Ortsschilder der Stadtteile und Ortschaften sollen nicht verändert werden. Große Kosten kommen auf die Stadt Wertheim nicht zu, die Wirkung ist dafür umso größer.

Bereits 2010 belegte Wertheim – sowie die gesamte Region Heilbronn-Franken – eine Spitzenposition im Lexikon der Weltmarktführer. Ende 2020 konnte die Große Kreisstadt ihre Position erneut behaupten. Mit neun aufgeführten Weltmarktführern belegt Wertheim den achten Platz. „In Wertheim sind sogar elf Weltmarktführer angesiedelt, allerdings werden zwei den Konzernstandorten zugerechnet“, erklärte Referatsleiter Jürgen Strahlheim. Damit läge Wertheim als kleinster Standort in der Liste sogar noch weiter vorne. „Vor uns befinden sich dann nur noch Metropolen wie Hamburg, München, Berlin, oder Köln. In Baden-Württemberg liegt nur Stuttgart vor Wertheim“, freute sich Strahlheim.

Im Vorfeld hatte Strahlheim die Bemühungen auch gegenüber den Weltmarktführern kommuniziert. „Wir haben ausnahmslos positive Rückmeldungen bekommen“, schilderte Strahlheim. „Die Zusatzbezeichnung stärkt das Image von Wertheim bei Menschen, die sich beruflich orientieren, und ist damit eine Unterstützung für den Wirtschafts-, Arbeits- und Wohnstandort Wertheim. Gleichzeitig ist sie eine gute Ergänzung zu den touristischen Werbemaßnahmen für Wertheim“, so ein Wertheimer Weltmarktführer.

Der Gemeinderat reagierte auf das Vorhaben ebenfalls mit breiter Zustimmung. Er lobte Strahlheim und Müller für deren Engagement. Das Führen der Zusatzbezeichnung sei ein gutes Werkzeug, um Wertheim in Szene zu setzen und biete einen Wettbewerbsvorteil. So kann die Stadt Wertheim hoffentlich bald auch auf dem Ortsschild zeigen, dass sie – laut dem Oberbürgermeister – „im Konzert der Großen ganz weit vorne mitspielt.“

Quelle : Wertheim.de

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