Zoll online – Pressemitteilungen – Hauptzollamt Rosenheim stellt Jahresbilanz 2018 vor


Von Verbrauchsteuern über Finanzkontrolle Schwarzarbeit bis zur Vorbereitung auf den Brexit

Das Hauptzollamt Rosenheim vereinnahmte im vergangenen Jahr 2018 rund 1,3 Milliarden Euro an Zöllen und Steuern. Diese Einnahmen tragen zur Sicherung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Staats bei und dienen damit als Grundlage für Zukunftsinvestitionen und dem Erhalt der Sozialsysteme in Deutschland. „Mit Einnahmen von etwa 140 Milliarden Euro im Jahr 2018 steht der Zoll schon für rund die Hälfte der Steuereinnahmen des Bundes. Mit unserem Jahresergebnis können wir nahtlos an unsere Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Die Zahlen sprechen für sich“, so Robert Woerner, Leiter des Hauptzollamts Rosenheim.

Das Hauptzollamt Rosenheim mit seinen mehr als 500 Zöllnerinnen und Zöllnern ist in dem Gebiet von zwölf Landkreisen im Südosten Bayerns von Landsberg am Lech bis zum Berchtesgadener Land mit einer Fläche von insgesamt rund 11.000 Quadratkilometern verantwortlich für die gesetzmäßige Erfüllung des breiten Aufgabenspektrums des Zolls.

Bekämpfung der Schwarzarbeit

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit ihren drei Standorten in Rosenheim, Traunstein und Weilheim führte Kontrollen in allen Branchen durch, hauptsächlich aber dort, wo Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung erfahrungsgemäß besonders häufig vorkommen.

Die Beamten überprüften mehr als 1.600 Arbeitgeber. Im Zuge der Ermittlungen ergab sich eine Schadenssumme von über 16,5 Millionen Euro an hinterzogenen Sozialabgaben und Steuerschaden bei mehr als 1.400 eingeleitet Strafverfahren. „Besonders auffällig war die Zunahme der illegalen Beschäftigung von Arbeitnehmern aus der Ukraine und den neuen Staaten im ehemaligen Jugoslawien, die ohne gültigen Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis bei uns tätig werden. Bei Verstößen gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz handelt es sich um keine Kavaliersdelikte, sondern um Straftatbestände mit weitreichenden Folgen“, so das Resümee von Manfred Mayr, dem zuständigen Fachgebietsleiter des Hauptzollamts Rosenheim.

Dienstfahrzeug der Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Gesetzesentwurf vorgelegt

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der am 20. Februar 2019 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Die zuständige Sondereinheit beim Zoll soll massiv gestärkt werden. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit erhält zusätzliche Befugnisse und deutlich mehr Personal. Damit wird der Zoll in die Lage versetzt, noch besser für Ordnung und Fairness auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen.

Warenabfertigung

Die vier im Bezirk des Hauptzollamts gelegenen Zollämter Altötting (Autobahn), Bad Reichenhall-Autobahn, Reischenhart und Weilheim fertigten im vergangenen Jahr annähernd 4 Millionen Warensendungen für die regionale Wirtschaft ab. Dabei wurden Zölle in Höhe von 34 Millionen Euro eingenommen. Das Zollaufkommen steht als eigene Einnahme der EU zu. Auch die weiter steigende Zahl der Internetbestellungen aus dem Ausland durch Privatpersonen bescherte den Zollämtern eine Steigerung der Abfertigungszahlen im internationalen Postverkehr um fast 15 Prozent auf insgesamt 36.000 abgefertigte Postsendungen aus Ländern außerhalb der EU.

Einnahmen durch Zölle und Verbrauchsteuern

Die größte Einnahmequelle des Hauptzollamts Rosenheim war mit über 794 Millionen Euro (2017: 730 Mio. Euro) die Einfuhrumsatzsteuer, die auf importierte Waren erhoben wird. Von den nationalen Verbrauchsteuern von insgesamt 446 Millionen Euro entfallen fast 334 Millionen Euro auf die Energiesteuer, früher als Mineralölsteuer bekannt. Weiterhin wurden Stromsteuer in Höhe von 80 Millionen Euro sowie Alkohol-, Bier- und Kaffeesteuer in Höhe von zusammen etwa 31 Millionen Euro erhoben.

Die Einnahmen des Hauptzollamts Rosenheim 2018 auf einen Blick

Bildbeschreibung

Beschreibung des Diagramms:

Die Einnahmen des Hauptzollamts Rosenheim 2018 dargestellt in einem Kreisdiagramm.
Insgesamt nahm das Hauptzollamt 1,3 Milliarden Euro ein. Die Einnahmen teilen sich auf in: 794 Millionen Euro Einfuhrumsatzsteuer, 446 Millionen Euro Verbrauchsteuern, 52,8 Millionen Euro beigetriebene Beträge durch die Vollstreckung und 34 Millionen Euro Zölle.

Vollstreckung

Mit insgesamt fast 200.000 Vollstreckungsaufträgen von öffentlich-rechtlichen Forderungsstellen, wie der Bundesagentur für Arbeit, Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern, waren die Beschäftigten der zentralen Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Rosenheim 2018 gefordert, ein Auftragsplus von etwa 15 Prozent zu bearbeiten. Das Hauptzollamt konnte fast 42 Millionen Euro an rückständigen Beiträgen an seine Auftraggeber zurückführen. Weitere 10 Millionen Euro konnten zur Begleichung eigener Forderungen bei Zöllen, Verbrauchsteuern und der Kraftfahrzeugsteuer verbucht werden. Ein Teil der Einnahmen entstammt der Internet-Plattform www.zoll-auktion.de, über die der Zoll gepfändete Gegenstände versteigert.

Öffentliche Versteigerung

Die nächste Möglichkeit „live“ Gegenstände zu ersteigern, bietet sich auf der Verbrauchermesse in Rosenheim, die am Sonntag, dem 7. April 2019, ab circa 12:00 Uhr auf der Bühne in der Inntalhalle stattfindet.

Kontrollen zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher

Der Zoll spielt eine wichtige Rolle beim Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Er zieht eingeführte Waren aus dem Verkehr, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen und vielleicht sogar gesundheitsgefährdend sind. Zudem nimmt der Zoll eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Marken- und Produktpiraterie ein.

Den Zollämtern und den mobilen Kontrolleinheiten des Hauptzollamts Rosenheim gelang es in 135 Aufgriffen, gefälschte Waren im Wert von 420.000 Euro aus dem Verkehr zu ziehen. Der Hauptteil (67 Prozent) dieser Artikel stammte aus China.

Die zunehmende Bedeutung des Internet-Handels mit der Möglichkeit, sich aus allen Teilen der Welt Waren liefern zu lassen, birgt für den Verbraucher auch Risiken. Vermeintliche Schnäppchen stellen sich oft als gefälschte Produkte dar, die im schlimmsten Fall auch lebensgefährlich sein können. So technische Produkte ohne Prüfsiegel, gefälschte Medikamente mit unkalkulierbaren Wirkungen oder Kinderspielzeug, das den Sicherheitsnormen nicht entspricht. Hier nimmt der Zoll durch seine Kontrollen eine wichtige Schutzfunktion für den Bürger wahr.

Im Jahr 2018 kontrollierten die Beamten der mobilen Kontrolleinheiten auf den Autobahnen und Straßen im oberbayrischen Raum mehr als 7.500 Fahrzeuge. Im Fokus waren auch Reisebusse aus Süd- und Südosteuropa. Hierbei wurden insgesamt 15.000 Personen überprüft. Dabei konnten 519 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt und dadurch unter anderem 42 Kilogramm Marihuana, 8,5 Kilogramm Haschisch und andere Betäubungsmittel wie Amphetamin und Crystal Meth beschlagnahmt werden. Mit der Sicherstellung von 77 unerlaubt mitgeführten oder verbotenen Waffen leisteten die Zöllner ihren Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung.

An geschmuggelten Tabakwaren wurden fast 350.000 unversteuerte Zigaretten und über 800 Kilogramm Wasserpfeifentabak beschlagnahmt.

Die Überprüfung von Personen im grenzüberschreitenden Verkehr in dem bundesweiten Vollstreckungssystem hatte in fast 300 Fällen Erfolg. Es konnten über 70.000 Euro an rückständigen Steuern und Abgaben von Schuldnern, die sich durch einen Auslandsaufenthalt der Vollstreckung vorerst entziehen konnten, zurückgeführt werden.

Zoll als Partner der Wirtschaft

Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt des Hauptzollamts Rosenheim bildete 2018 die Umsetzung des EU-weit in Kraft getretenen Unionszollkodexes. Regionale Unternehmen wurden bei der Anpassung an die neue Rechtslage individuell und fallbezogen oder über gemeinsame Informationsveranstaltungen mit der Industrie- und Handelskammer bei der Beantwortung zollrechtlicher Fragen unterstützt. Hierbei nahmen die Themen rund um den Brexit einen immer weiteren Raum ein. Für den Zoll kommt im Fall eines „harten“ Brexit zwar kein neues Aufgabenfeld hinzu. Denn die Abfertigung von Waren aus dem Vereinigten Königreich, welches nach einem „harten“ Brexit einem Drittland gleichgestellt sein wird, und der Export von heimischen Erzeugnissen dorthin, sind für den Zoll vertraute Kernaufgaben. In einer Gesamtbewertung der Brexit-Folgen rechnet die Zollverwaltung allerdings mit einem erhöhten Abfertigungs- und Kontrollaufwand. In der Folge wird auch mit einem erhöhten Personalbedarf gerechnet. Dafür wurden bereits bundesweit 900 Planstellen eingeplant. Auch wurde das Zoll-Abfertigungssystem „ATLAS“ einem Brexit-Stresstest unterzogen, welcher die Lastfähigkeit des Gesamtsystems bewiesen hat.



Quelle : Zoll.de

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