EUNAVFOR MED – Wertheimer Patenschiff Tender “Main” bekämpft jetzt auch Schleuser im Mittelmeer

Das Wertheimer Patenschiff Tender „Main“ bricht zu einem Einsatz im Mittelmeer auf. Foto: Bundesmarine

Tender “Main” beteiligt sich an EU-Einsatz

Bekämpfung von Schleusern im Mittelmeer

Der Tender „Main“ wird am Montag, 17. Oktober, seinen Heimathafen Eckernförde Richtung Mittelmeer verlassen. Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Christian Meyer wird das Wertheimer Patenschiff den Tender „Werra“ ablösen. Neben der Besatzung sind auch Ärzte, Militärpolizei, Sprachmittler, Berater und Sicherungssoldaten an Bord, insgesamt 105 Frauen und Männer.

Nach der Übergabe im Hafen von Augusta (Italien) wird der Tender „Main“ im Seegebiet zwischen Italien und dem libyschen Hoheitsgewässer operieren, um gemeinsam mit weiteren internationalen Marineeinheiten die Schleuserkriminalität zu bekämpfen.

Der Kommandant ist mit der Vorbereitung seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Die letzten Wochen und Monate waren geprägt durch Ausbildungsabschnitte und Materialausrüstungen. Bei der Einsatzausbildung und -vorbereitung hat sich die Besatzung sehr flexibel, äußerst leistungsfähig und motiviert gezeigt.“ Der Einsatz verlangt der Mannschaft im Rahmen des operativen Auftrages, aber auch im Rahmen der Seenotrettung viel ab. „Ich bin sehr stolz auf meine Besatzung und fest davon überzeugt, dass wir den Aufgaben gerecht werden.“ so Kapitänleutnant Meyer.

Zum Hintergrund

Seit Juni 2015 beteiligt sich Deutschland an der EUNAVFOR MED Operation „Sophia“. Die Schiffe des Verbands tragen zur Aufklärung von Schleusernetzwerken auf der zentralen Mittelmeerroute bei und können auf hoher See gegen Boote vorgehen, die von Schleppern genutzt werden. Die Soldaten haben außerdem tausende Menschen aus Seenot gerettet.

Derzeit sind zwei deutsche Schiffe, die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ und der Tender „Werra“, in dem italienisch geführten EU-Einsatzverband. Die Operation ist nach einem somalischen Mädchen benannt, das am 24. August 2015 an Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein“ zur Welt kam.

Kernauftrag der Operation ist die Bekämpfung krimineller Schleusernetzwerke vor der libyschen Küste. Dazu werden die Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber der Operation „Sophia“ auf hoher See und im internationalen Luftraum zwischen der italienischen und libyschen Küste eingesetzt. Sie überwachen das Seegebiet und tragen durch Aufklärungsergebnisse dazu bei, dass ein umfassendes Bild über die Aktivitäten von Schleusern entsteht. Die Schiffe dürfen im Rahmen des Völkerrechts, der Mandate und der „Rules of Engagement“ militärische Gewalt zur Durchsetzung ihres Auftrags einsetzen.

Der Rat der Europäischen Union hat im Juni beschlossen, das Mandat der Operation bis zum 27. Juli 2017 zu verlängern. Der Deutsche Bundestag beschloss zuletzt am 7. Juli, dass sich die Bundeswehr weiterhin an der EUNAVFOR MED Operation „Sophia“ beteiligt.

Stadtverwaltung Wertheim