Gemeinderat stellt Weichen für verstärkten Wohnungsbau in Wertheim

Rathaus Stadtverwaltung Wertheim

Mehr Bauplätze, mehr Miet- und Eigentumswohnungen

 

Baudezernent Armin Dattler (links) und Bürgermeister Wolfgang Stein beim Pressegespräch zum Thema Wohnungsbau. Foto: Stadt Wertheim

 

Damit Wertheim als Wohnort attraktiv bleibt, muss der Wohnungsbau verstärkt werden. Das war das Fazit einer im März 2017 vorgelegten Wohnungsmarktuntersuchung. Die Gutachter empfahlen, dass die Stadt sowohl mehr Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser ausweist als auch den Geschosswohnungsbau verstärkt. Nur so könne es gelingen, die Einwohnerzahl stabil zu halten und Fachkräfte und Berufspendler von auswärts zu einem Umzug nach Wertheim zu bewegen. Die Empfehlungen der Gutachter werden nun umgesetzt. Der Gemeinderat beschloss am Montag eine Gesamtstrategie mit konkreten Planungen für die mittelfristige Wohnungsbau- und Baulandentwicklung in Wertheim.

Prämisse war dabei, so erklärte Bürgermeister Wolfgang Stein im Pressegespräch, dass nicht einzelne Schwerpunkte geschaffen werden, sondern sich die Konzeption sich auf die gesamte Gemarkung erstreckt. „Alle Ortschaften und Stadtteile sollen sich weiterentwickeln können.“ Wichtig war der Stadt auch, „dass in Wertheim unterschiedliche Lebensmodelle verwirklicht werden können.“ Ob Einfamilienhaus im Grünen oder umgebaute Hofreite, ob Miet-, Eigentumswohnung oder Mehrgenerationenhaus – alle Wohnformen hätten ihre Berechtigung. Diese Vielfalt zeichne Wertheim ebenso aus wie die dezentrale Struktur.

Geschosswohnungsbau

Beim Geschosswohnungsbau sollen nach Empfehlung der Gutachter pro Jahr 15 bis 20 Wohnungen neu auf den Markt kommen, sowohl für Mieter wie auch für Eigentümer. Geeignete Standorte seien die Innenstadt und die Stadtteile. Tatsächlich tut sich hier inzwischen schon Einiges. Unter Regie der Städtischen Wohnbau GmbH wie auch dank des Engagements privater Investoren sind zehn Projekte bereits im Bau oder in Planung. Bis 2021 könnten damit rund 150 zusätzliche Miet- und Eigentumswohnungen auf den Markt kommen. Damit wird den Empfehlungen des Wohnungsgutachtens Genüge getan. Baudezernent Armin Dattler: „Sollte der Bedarf steigen, können wir auf der Bestenheider Höhe relativ schnell zusätzliche Flächen zur Verfügung stellen.“ Zudem will man Geschosswohnungsbau auch in Ortschaften ermöglichen, „abhängig von der Lage und in begrenzter Höhe.“

Ein- und Zweifamilienhäuser

Bei der Entwicklung von Bauplätzen empfehlen die Gutachter, dass die Stadt in den nächsten Jahren mehr Flächen für Ein- und Zweifamilienhäuser ausweist, nämlich für 40 bis 50 Wohneinheiten pro Jahr. Auch diese Empfehlung greift die Stadt in ihrer jetzt vorgelegten Gesamtstrategie auf.

„Wir haben alle Ortschaften individuell in den Blick genommen“, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Stein. Die Ausgangssituation ist sehr verschieden. Wohnbaugebiete müssen zunächst im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden, dann braucht es für die Flächen einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Und schließlich müssen die ausgewiesenen Baugebiete auch erschlossen werden. Die Entwicklung der Wohnbauflächen in den einzelnen Ortschaften und Stadtteilen wird deshalb in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorangehen. 50 Hektar sind im aktuellen Flächennutzungsplan für Wohnbebauung vorgesehen, weitere elf Hektar sollen in den nächsten Jahren hinzukommen.

Die Besonderheiten der dezentralen Struktur muss die Stadt auch im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung gegenüber dem Land vertreten. Deshalb gibt es nun „Steckbriefe“ für Kernstadt, Stadteile und Ortschaften. Darin ist der jeweilige Bedarf an Wohnbauflächen ermittelt und als Empfehlung formuliert, wie der Bedarf gedeckt werden soll. Bewusst über den Bedarf hinaus plant die Stadt für Wertheim-Ost nahe der Autobahn A3 ein größeres Einfamilienhausbaugebiet. Es soll in mehreren Abschnitten erschlossen werden und ein gezieltes Angebot für Berufspendler sein.

Bürgermeister Stein war zum Abschluss des Pressegesprächs überzeugt, „dass wir mit dieser Gesamtstrategie auf einem guten und richtigen Weg sind.“ Dieser Einschätzung folgte am Abend der Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss des vorgelegten Konzepts.

Quelle : Wertheim.de

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