Greenpeace bietet neues Bildungsmaterial zur Arktis

Unterrichtsimpulse für Mittel- und Oberstufe über Auswirkungen des Klimawandels

Gellinger / Pixabay
Hamburg, 26. 6. 2015 – Die Arktis ist in großer Gefahr. Inwieweit kann die Einrichtung eines Schutzgebiets Arktis noch die industrielle Ausbeutung verhindern? Welche Folgen hat der Klimawandel auf die arktische Tier- und Pflanzenwelt? Das neue Bildungsmaterial von Greenpeace nähert sich den Problemen der Arktis aus unterschiedlichen Blickwinkeln an.

Mit dem Material auf Basis aktueller Forschungsergebnisse sollen Lehrerinnen und Lehrer unterstützen werden, die Arktis im Unterricht zu behandeln. Es wurde für Schülerinnen und Schüler aller Schularten ab Klasse 7 entwickelte. „Für Jugendliche ist die Arktis oft eine große Eisfläche im Norden mit wenig Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, tiefer in das Thema einzusteigen und den Bezug zu eigenen Handlungen zu erkennen,“ sagt Nicole Knapp, Bildungsexpertin von Greenpeace.

Das Bildungsmaterial ist kostenfrei erhältlich (http://gpurl.de/Xa9L1). Es berücksichtigt unterschiedliche Leistungsniveaus und ist an die Bildungspläne der Mittel- und Oberstufe angebunden. Es eignet sich für Fächer wie Geographie, Biologie, politische Bildung, Religion/Ethik, Wirtschaft. Es besteht aus Bildtafeln und Schülerarbeitsblättern, welche die Arktis anschaulich aus sechs verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wer lebt dort? Was hat sich dort in den letzten Jahrzehnten verändert? Welche Länder würden gerne über die Arktis bestimmen und warum? Was macht den Lebensraum Arktis aus? In welcher Weise ist das arktische Meer vom Klimawandel betroffen? Welche Bedeutung hat die Region für die industrielle Fischerei, als Erdölreservoir und nicht zuletzt als politischer Raum?

Arktischer Lebensraum zunehmend unter Druck durch Industrie und Klimawandel

Nirgendwo sind die Folgen der globalen Erwärmung so spürbar wie in der Arktis. Fast doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt steigen die Temperaturen im hohen Norden; das arktische Meereis schmilzt im Rekordtempo. Das hat gravierende Folgen für die Menschen, Tiere und Pflanzen vor Ort. Doch nicht alle sehen die Veränderungen als bedrohlich an. Der Rückgang des Eises macht es auch leichter, die vermuteten Schätze der Arktis auszubeuten: Öl- und Gasvorkommen sowie reiche Fischgründe. Als erstes Unternehmen hat der russische Öl- und Gaskonzern Gazprom Ende 2013 damit begonnen, von der Plattform Prirazlomnoya im Nordmeer vor Russland, Öl aus arktischen Gewässern zu fördern. Und Shells Arktisflotte hat sich erst vergangene Woche auf den Weg gen Norden gemacht, um vor der Küste Alaskas nach Öl zu suchen.