Mirco Göbel : Vereine Engagement – Machbarkeit vieler guter Ideen für Flüchtlinge ausgelotet

Auf dem Bild von links: Rainer Lotz vom Verein "Willkommen in Wertheim", der neue LEA-Leiter Mirco Göbel und Petra Gänsler von European Homecare

Vereine besprechen Engagement für Flüchtlinge

Die Bereitschaft in Wertheims Vereinen, etwas mit und für Flüchtlinge zu tun, ist nach wie vor groß. Doch die Fragen, was man eigentlich machen kann, wann und wo, blieben auch nach der zweiten Informationsveranstaltung, zu der Oberbürgermeister Stefan Mikulicz am Dienstagabend in den Arkadensaal des Rathauses geladen hatte, ein Stück weit unbeantwortet. Dabei mangelte es nicht an kreativen Ideen und Vorschlägen der Vereine. Aber nach wie vor fehlt es in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) am Reinhardshof an personellen und vor allem an räumlichen Strukturen. So war denn das Wort „Geduld“ das von denen, die hauptberuflich mit und in der LEA zu tun haben, das meist gebrauchte an diesem Abend. Immerhin, nach knapp eineinhalb Stunden ermunterte der neue Leiter der LEA, Mirco Göbel, der zwischenzeitlich auch ein wenig zögerlich gewirkt hatte, die Anwesenden: „Natürlich: machen, machen, machen. Wir probieren alles aus, was den Menschen da oben Freude bringen kann.“

 

Göbel hatte, nachdem der OB die Teilnehmer begrüßt und Matthias Fleischer einen Überblick über die Vorschläge gegeben hatte, die nach der ersten Veranstaltung dieser Art bei der Stadtverwaltung eingegangen waren, seine öffentliche Premiere als Leiter der LEA. Dabei versicherte er, er wolle „die Einrichtung im Sinne aller Wertheimer so sozialverträglich wie möglich führen“. Viel wichtiger als dass es „jeden Tag eine neue Neuigkeit“, wie etwa einen Streit um Terminologien (Landeserstaufnahmeeinrichtung oder Erstaufnahmeeinrichtung des Landes), gebe, sei „so schnell wie möglich in den regulären Betrieb gehen“ zu können, so Göbel. Über die Vorschläge und Ideen der Vereine zeigte er sich „begeistert“, musste allerdings darauf hinweisen, „dass die LEA in einer Phase des strukturellen Umbruchs“ stecke, aktuell Räumlichkeiten nicht belegt werden könnten und auch deshalb manche Aktion derzeit einfach nicht möglich sei. Zudem sah Göbel „viele Vorschläge perfekt geeignet für Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung, gar nicht so sehr für die in der LEA“. Auch gelte es, ein System zu finden, bei dem man etwas Gutes für die einen tun könne, ohne andere, die nicht daran teilnehmen könnten, zurückzuweisen und damit womöglich Ärger zu produzieren.

Auch Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes und Birte Vehrs, Bereichsleiterin Beratung beim Caritasverband im Tauberkreis konnten noch nicht wirklich „grünes Licht“ für Aktivitäten welcher Art auch immer geben. „Stellen Sie sich die LEA bitte als große Baustelle vor“, meinte Pempe. „Wir brauchen Geduld miteinander.“

Foto: Stadtverwaltung
Foto: Stadtverwaltung

Petra Gänsler von der Firma „European Homecare“ (EHC) stellte der Versammlung Gabriel Strecker als den neuen Einrichtungsleiter am Reinhardshof vor. Ihr Statement zudem: „Die Flüchtlinge sind da, aber es ist noch nichts fertig, es ist eine Baustelle. Wenn die Dinge auf der Reihe sind, kann man die Vorschläge aufnehmen. Jeder tut was er kann, aber wir haben gerade ganz andere Probleme.“ Und schließlich sprach auch Rainer Lotz, einer der Vorsitzenden des Vereins „Willkommen in Wertheim“, von der „Übergangsphase“ in der man sich gerade befinde und die nicht ganz einfach sei für alle Beteiligten. „Wir wollen aber auch nicht zu sehr mit angezogener Handbremse fahren“, war dies für den OB ganz offensichtlich insgesamt ein bisschen zu viel Zurückhaltung.

In der Aussprache ging es dann unter anderem um das Begegnungscafé in den Räumlichkeiten der ehemaligen Polizeikantine, das wohl eingerichtet wird, wenn auch noch keiner genau sagen kann, wann. Es ging um Kontaktdaten derjenigen rund um die und in der LEA und sehr viel um Versicherungsfragen. Lotz bot an, dass der Verein „Willkommen in Wertheim“ über eine Liste von Dolmetschern verfüge, auf die man im Bedarfsfall zurückgreifen könne. Denn „man kann sich nicht immer nur anlächeln, das wird auf die Dauer ein bisschen öde“.

 

Stadtverwaltung Wertheim