Bayerische Polizei – Umfangreiche Ermittlungen nach tödlichem Verkehrsunfall – 47-Jähriger war nicht Fahrer des Radladers


21.07.2017, PP Unterfranken


Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Schweinfurt vom 21.07.2017

POPPENHAUSEN OT MAIBACH, LKR. SCHWEINFURT. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall am 13.06.2017, bei dem eine Fahrradfahrerin ums Leben gekommen war, ergaben sich im Zuge der Ermittlungen Zweifel an der Fahrereigenschaft des 47-Jährigen. Inzwischen steht fest, dass nicht er am Steuer des Radladers saß, sondern ein Jugendlicher. Im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen wird nun gegen insgesamt drei Tatverdächtige ermittelt.

Wie bereits berichtet, hatte sich der besagte Verkehrsunfall am Nachmittag des 13.06.2017 im Niederwerrner Weg in Maibach ereignet. Beim Linksabbiegen auf einen land- und forstwirtschaftlichen Weg hatte der Fahrer eines Radladers offenbar zwei entgegenkommende Fahrradfahrer zu spät erkannt. Während ein 80-Jähriger gerade noch rechtzeitig von seinem Rad abspringen konnte, wurde seine vier Jahre jüngere Lebensgefährtin von dem Radlader erfasst. Sie verstarb noch an der Unfallstelle.

Während der Unfallaufnahme durch Beamte der Polizeiinspektion Schweinfurt gab ein 47-jähriger Landkreisbewohner an, Fahrer des Radladers gewesen zu sein. Im Zuge der folgenden Ermittlungen ergaben sich jedoch begründete Zweifel an der Fahrereigenschaft des Mannes. Nach und nach verdichteten sich die Hinweise, dass er den Ablauf des Verkehrsunfalls offensichtlich nicht wahrheitsgetreu geschildert hatte.

Um herauszufinden, wer zum Unfallzeitpunkt tatsächlich am Steuer des Radladers saß, wurde eigens eine Ermittlungskommission gegründet. Dieser gehörten drei Beamte der Polizeiinspektion Schweinfurt an, die tatkräftig von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Operativen Ergänzungsdienste Schweinfurt sowie der Kriminalpolizei Schweinfurt unterstützt wurden.

Nach den umfangreichen Ermittlungen, die fast 700 Arbeitsstunden in Anspruch genommen haben und in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt geführt wurden, konnte der mutmaßliche Unfallhergang wie folgt rekonstruiert werden:

Der 47-Jährige war mit seinem minderjährigen Sohn und dessen gleichaltrigen Freund in einer Fahrzeugkolonne im Niederwerrner Weg unterwegs. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen wurde die 76-jährige Fahrradfahrerin zwar tatsächlich von dem Radlader erfasst, der jedoch nicht wie zunächst angenommen von dem 47-Jährigen geführt wurde, sondern von dem nicht volljährigen Freund des Sohnes.

Gegen den Jugendlichen am Steuer des Radladers wird nun unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Auch gegen den 47-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, da er das Fahrzeug dem Freund seines Sohnes zur Verfügung gestellt hatte. Außerdem wird gegen ihn unter anderem wegen des Verdachts der Anstiftung und der Beihilfe zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort sowie Ermächtigen als Halter zum Fahren ohne Fahrerlaubnis ermittelt.

Auch gegen den Sohn läuft ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Beihilfe zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort.






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